Bővebb ismertető
Der Band erzahlt viel; fast dreihundert Jahre europaische Geschichte. Und was für
Geschichte! Martin Luther steht am Anfang; am Ende George Washington.
Wenn aber die Füllé der Gestalten und Ereignisse von schwindelndem Reichtum ist, wenn sie - wir glauben es zu wissen - unsere Illustratoren vor die schwierigste, nur unter bittérén Verzichten zu lösende Aufgabe stellte, wenn das Gesicht Europas um 1790 so aus dem Grundé verschieden ist von seinem Gesicht um 1510, so fehlt es der Summe dieser Kapitel doch nicht an innerer Einheit. Wáre es bloŰer Zufall, daB sie genau von jenem Zeitraum handeln, den der groBe englische Historiker Lord Acton in seinen Lectures on Modern History betrachtete? Moderne Geschichte — sie begann für den im spaten ig.Jahr-hundert wirkenden Acton mit Luthers Reformation, mit dem zuerst einsetzenden Kampf um die europaische Hegemonie, und endete mit der amerikanischen Unabhángigkeit. Was danach kam, war für Acton schon Zeitgeschichte oder Gegenwart. — Wenn einer alt wird, so ist er ganz anders, als er in der Jugend war; aber Gedáchtnis hált den Lebenslauf zu-sammen. Nicht bloB war Kontinuitát durch die schiere Zeit, die, wie es bei Droste-Hülshoff heiBt, tückisch Minuten aneinander reihte, bis Jahrzehnte daraus wurden; die Zusammen-hánge waren konkreterer, sinnerfüllterer Art, und nie kann er den Punkt nennen, an dem er plötzlich sich verándert hátte, aufgehört hátte, er selber zu sein.
Nicht anders ist es mit der »modernen« Geschichte. Ein erkennbarer, nie ganz unter Tag verschwindenderWeg führt vom theologischen Absolutismus Philipps II. zum nackten Königs- und Staats-Absolutismus Ludwigs XIV., zum aufgeklárten Absolutismus der Friedrich, Joseph und Leopold; ein erkennbarer Weg von der protestantischen Reformation zur ersten englischen Revolution, zur zweiten und, über John Locke, zur amerikanischen; vom noch intoleranten, seinerseits grausam verfolgenden Protestantismus zum toleranten und zur Toleranz; von den Religionskriegen zum Staat, der über den Konfessionen steht; vom Kampf um die Hegemonie zur klugen Erhaltung des Gleichgewichts; vom Humanismus zur Aufklárung; und so fort. Nicht, daB die Fackel der geistigen und bürgerlichen, der kosmo-politischen oder patriotischen Freiheit, die zu Ende des 18.Jahrhunderts leuchtete, immer von einer, der guten Hand getragen worden wáre, wáhrend eine andere, auch sie immer die gleiche, sich bemüht hátte, sie zu ersticken. So geradlinig, wie einst die englischen »Whig-Historiker« den Weg beschrieben, war er nicht. Wir werden sehen, wie verwirrend oft Gut und Schlecht, Recht und Recht, Unrecht und Unrecht auf die kämpfenden Parteien verteilt waren und wie aus ihren Kämpfen zum Schluß heauskam, was keiner der Gegner sich vorgestellt hatte.