Bővebb ismertető
VorwortGewerkschaften haben eine lange Geschichte. Sie waren und sind Zusammenschlüsse zur Vertretung der Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Durch gemeinsame und zielgerichtete Aktionen wollen sie die vielen Benachteiligten gegen übermächtige Interessen, vor allem der Arbeitgeber, schützen. Sie beteiligen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an der Gestaltung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Schaffung und die Erfahrung von Solidarität soll demokratische Macht schaffen und nicht nur die wirtschaftlichen Interessen, sondern auch Chancengleichheit und Auskommen für Alle in der Gesellschaft durchsetzen. Durchsetzung und Wahrung von Menschenrechten, gewerkschaftliche Organisationsrechte, soziale Sicherung, Bildung und Ausbildung für Alle sowie ein demokratisches System sind die Grundpfeiler gewerkschaftlicher Arbeit.Schon früh erkannten Gewerkschaften, dass diese Aufgaben nicht nur national zu lösen sind, sondern auch politische, ökonomische und soziale Faktoren von außen die Entwicklung eines Landes beeinflussen. So entstanden vor rd. 100 Jahren die Internationalen Berufssekretariate - heutzutage Globale Gewerkschaftsföderationen (GUF) genannt - als erste internationale Organisationen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie sind mit innerer Notwendigkeit von Anfang an wesentliche Bestandteile der internationalen Gewerkschaftsarbeit gewesen und haben auch heute nichts von ihrer Bedeutung verloren.Seither sind sie durch eine wechselvolle Geschichte gegangen. Ihre Arbeit war vielen Veränderungen und neben allen Erfolgen auch Rückschlägen ausgesetzt. Sie sind verboten, verfolgt und zerschlagen worden, sie haben sich zerstritten und zusammengeschlossen, sind dabei aber auch gewachsen und stark geworden. Heute sind sie nötiger denn je und stehen vor der größten Herausforderung ihrer bisherigen Geschichte.Globalisierung und Privatisierung heißen die Schlagwörter der Gegenwart. Die mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes einhergehende, fast vollständige globale Akzeptanz marktwirtschaftlicher Prinzipien hat dazu den Nährboden bereitet. Neue Kommunikations- und Transport-Technologien machen die Welt zu einem praktisch grenzenlosen Wirtschaftsraum. Die Produktion von Waren und Dienstleistungen wird immer stärker differenziert und in Teilbereichen zwecks Nutzung aller politischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteile von einem Teil des Globus in den anderen verschoben. Schätzungen zufolge sind heute weltweit 65.000 internationale Unternehmen tätig, von denen weitere 850.000 Firmen z.B. als Zulieferer abhängig sind. Ihr tatsächlicher Einfluss reicht sogar noch darüber hinaus, denn das System des Franchising und der Lizenzvergaben, bei dem kein eigenes Kapital eingesetzt wird, gibt den großen Konzernen überall eine beherrschende Wirtschaftsmacht.Dieses globale Unternehmertum maximiert wirtschaftliche Vorteile, meidet aber immer stärker Gebiete mit hohen sozialen oder politischen Kosten. Es verursacht strukturelle Verwerfungen in vielen Ländern und drückt durch internationale Konkurrenz auf Löhne und Einkommen, verlangt jedoch gleichzeitig immer häufiger staatliche Subventionen. Nationale Politiken werden zunehmend wirkungsloser, es ist vom ohnmächtigen Staat" die Rede, der der international tätigen Wirtschaft unterlegen sei. Strukturelle Anpassungsprogramme verstärken zudem in vielen Ländern der Dritten Welt die wirtschaftliche Seite der Unterdrückung und bringen wachsenden Hunger und Elend mit sich. In weiten Teilen der Welt herrscht radikale Ausbeutung, finden sich Kinderarbeit und sklavereiähnliche Arbeitsverhältnisse.Darüber hinaus stehen die Beschäftigten und ihre Organisationen gegenwärtig einem universellen Angriff auf Demokratie und Menschen-