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PrologTessa Kent kam raschen Schrittes aus der Bank und überquerte das New Yorker Straßenpflaster. Ihr Fahrer hielt ihr bereits die Tür der geparkten Limousine auf. Sie schlüpfte hinein und war froh, daß sie am Morgen einen warmen Mantel auf dem Sitz zurückgelassen hatte, als sie in die Bank gegangen war. Es war sehr unstetes Wetter, später Altweibersommer zwar, aber jetzt am Nachmittag war die Sonne hinter den Wolken verschwunden, und die verhießen bald Regen, noch vor dem Einbruch der Dunkelheit. Es war ein Oktobertag im Jahr 1992. Wohin, Miss Kent? fragte Ralph, ihr Fahrer. Warten Sie noch eine Weile, Ralph, sagte sie impulsiv und war von sich selbst überrascht. Ich will da noch etwas beobachten. Sie legte sich ihren Mantel über die Schultern. Schon den ganzen Nachmittag über in der Bank hatte sie sich vorgenommen, daß sie in ihr Appartement im Carlyle zurückkehren werde, sobald diese anstrengende Arbeit erledigt war. Dann würde sie ein luxuriös parfümiertes Bad nehmen, ihren ältesten, aber auch weichsten und vertrautesten Morgenrock anziehen, sich in dem großen Kamin in ihrem Schlafzimmer ein prasselndes, mächtiges Feuer entfachen und sich davor auf dem Teppich auf weichen Kissen genüßlich lagern. Da könnte sie dann die drei letzten Tage vergessen, an einem kräftigen Cocktail nippen und so lange ins Feuer starren, bis sie ganz benommen davon wurde und spürte, wie sich ihre Gedanken verloren und einer angenehmen Leere Platz machten. Aber nun, da sie in ihre Limousine einstieg, wurde ihr auf einmal klar, daß es noch zu früh für die Flucht in diese angenehme Entspannung war. Es fehlte etwas. Etwas, das sie unbedingt sehen mußte, damit die Sache, die sie da gerade abgeschlossen hatte, auch ihren wirklichen Schlußpunkt fand, jene drei Tage währende Inventur jeder einzelnen ihrer Juwelen, mit Ausnahme derjenigen, die sie trug.