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EINLEITUNG
Dieser kleine Band erschien zum erstenmal 1959 zum Gedenken an Haydns 150, Todestag.
Was Haydn in seinem reichen, langen Leben der Welt an Melodien und Harmonien, an unvergänglichen Schöpfungen geschenkt hat, können Buchstaben und Worte kaum begreiflich machen. Ein Büchlein wie dieses, das Haydns Leben in Bildern abrollen läßt, kann natürlich sein gewaltiges Lebenswerk nicht erfassen.
Und doch wird der Leser, der an Hand dieser tagebuchartigen Aufzeichnungen Haydn auf seinem Wege von der Wiege bis zum Grabe begleitet, nicht nur eine Vorstellung von den Ereignissen und Abschnitten seines erfüllten Lebens, von seiner erstaunlichen Fruchtbarkeit gewinnen: er wird gleichsam Zeuge des Schöpfungsprozesses sein, in dem die Opera entstanden.
1732
Eine Reihe ebenerdiger Häuser zu beiden Seiten der sich lang hinziehenden Straße, eine unansehnliche Pfarrkirche vom Kirchhof umgeben, das und nicht mehr war der kleine niederösterreichische Marktflecken Rohrau, der auf halbem Wege zwischen Bruck und Hainburg, am linken Ufer der Leitha liegt Der Fluß, der in den nahen Bergen entspringt, nimmt, sobald er die Gemeinde verläßt, einen tüchtigen Anlauf, durchfließt dann eine Strecke, die zur Zeit der einstigen Österreichisch-Ungarischen Monarchie die Grenze zwischen diesen beiden Ländern bildete, und setzt schließlich seinen Weg auf ungarischem Boden fort, um bei Moson in die Kleine Donau zu münden. Rohrau liegt auf einem Stück Flachland, das viel unter diesem Fluß zu leiden hat, der im Frühjahr, wenn der Schnee in den Bergen schmilzt, stark anschwillt; aber die Landschaft mit dem Kranz der niederösterreichischen Alpen ist schön, der Schneeberg zeigt seine weiße Haube fast das ganze Jahr hindurch, und bei