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VORBEMERKUNGENDie Frage Wer ist das eigentlich - Gott? stammt von Kurt Tucholsky. Es ist eine Frage unserer Zeit. Sie wird kaum noch mit Ironie oder Polemik, sondern eher in einer Verbindung von Neugier und Interesse vorgetragen. Sie wird immer häufiger gestellt. Sie wird immer seltener beantwortet. In den zwanziger und dreißiger Jahren galt die Aufmerksamkeit der Kirche. Heute gilt sie der Theologie.Gott war einmal ein Name. Er wurde in einen Begriff umgewertet. Gott war einmal ein Adressat. Er wurde in ein Objekt verwandelt. Aus einem Du wurde ein Es. Das ist eine Entwicklung, die sich mit einer einfachen Formel nicht beschreiben läßt. Ihre Voraussetzungen und vor allem ihre Folgen sind ungemein schwierig. Kann man sie rückgängig machen? Die Möglichkeit, per Du mit Gott zu reden, ist gerade dem Redlichen weithin verwehrt. Vielleicht, so denkt er, ist die einzig direkte "Weise, von Gott zu reden, die indirekte. Von Gott reden kann man nur, wenn man von der "Welt redet. Die "Welt ist der Erfahrungshorizont, innerhalb dessen das "Wirklichkeit wird, was gemeint ist, wenn von Gott die Rede ist. Andernfalls wird er in die Unfruchtbarkeit der Transzendenz abgedrängt.Hier entstehen Fragen über Fragen. Denn die "Welt ist nicht mehr als "Wirkungsstätte des unendlichen, zeitüberlegenen, abstrakt in sich ruhenden Gottes zu begreifen. Sie ist eine "Welt der Abläufe, der Prozesse, der Umbrüche. "Was eben noch als modern galt, beginnt jetzt bereits zu modern. Die Geschwindigkeit und Strudelhaftigkeit, mit denen sich die Lebensverhältnisse und-bedingungen verändern, werden immer rasanter. "Wie kann in dieser Erfahrung rapide geschehender Geschichte eine Möglichkeit gegeben sein, von Gott her die Fragen unserer Zeit zu erörtern, ohne Zuflucht zur Zeitlosigkeit zu nehmen - zu einer Zeitlosigkeit, die bereits im Ansatz die Problematik der ständigen Mutation ausklammert? "Wie soll es gelingen, sich auf Gott zu berufen, ohne die "Welt zu hintergehen, oder sich auf die Welt zu berufen, ohne Gott zu hintergehen?