Bővebb ismertető
Vorwort.
Die Notwendiglieit einer zusammenfassenden Darstellung der Eigenschaften, der Verarbeitung und der Verwendungsmethoden der im Vakuumröhrenbau gebrauchten Werkstoffe bedarf im Zeitalter einer hochentwickelten Elektronen-und lonentechnik wohl keiner ausdrücklichen Begründung. Der Anlaß für das vorliegende Buch war jedoch weniger der Mangel eines derartigen Werkes, als das den Verfassern bei ihrer Industrie- bzw. Lehrtätigkeit gleichermaßen sich aufdrängende, wohl jedem Fachmann bekannte unbefriedigende Gefühl, daß sich dieses Arbeitsgebiet infolge seiner Vielgestaltigkeit und schwierigen Übersehbarkeit zum Teil noch im Zustande der alten Alchemie befindet. Ob eine Serie von Versuchsröhren gelingt, hängt in manchen Laboratorien buchstäblich vom Wetter ab; man arbeitet häufiger nach Rezepten und Überlieferungen als nach klaren physikalischen Erkenntnissen, und da allgemeine Gesetzmäßigkeiten kaum bekannt sind, besteht immer die Gefahr, daß die empirischen Erfahrungen des Einzelnen überschätzt und für solche gehalten werden. Die auf diese Weise verursachten Hemmungen industrieller Aufgaben und wissenschaftlicher Arbeiten zu verringern, scheinbare Widersprüche auf auseinanderliegenden Gebieten der Vakuumröhrentechnik zu klären und so weit als irgendmöglich die qualitative Betrachtungsweise durch quantitative Angaben zu ersetzen, haben sich die Verfasser als Aufgabe gestellt.
Überblickt man die große Zahl der Einzeltatsachen des Gebietes, so wird man verschiedener Meinung darüber sein können, ob eine streng systematische Einteilung, entsprechend den einzelnen Werkstoffen, oder eine an die verschiedenen Zweige der Vakuumröhrentechnik anknüpfende Darstellung vorzuziehen sei. Der besseren Übersichtlichkeit wegen haben wir überwiegend die systematische Darstellung gewählt. Hochschmelzende Metalle, Platinmetalle, unedle Metalle und ihre Legierungen, Quecksilber, Alkali- und Erdalkalimetalle, Graphit, Gläser, Quarz, keramische Baustoffe, Leuchtstoffe, Gase und Dämpfe wurden in getrennten Kapiteln behandelt, von denen jedes Gewinnung, Zusammensetzung, chemische und physikalische Eigenschaften und die Verarbeitungstechnik des betreffenden Werkstoffes bis zu den Röhreneinzelteilen enthält. Dabei wurde besonders darauf geachtet, den Stoff auf das für den Röhrenbau wesentliche zu beschränken; für alle weitergehenden Fragen der Werkstoffkunde bzw. Metallographie wurde auf die bestehenden Handbücher verwiesen. Einige für die Hochvakuumtechnik wesentliche metallographische und verarbeitungstechnische Gesichtspunkte sind in besonderen Abschnitten zusammengefaßt. Da die Röhrenelektroden im Betrieb oder schon bei der Herstellung hohen Temperaturen ausgesetzt sind, wurden hier wie in den Einzelabschnitten über die verschiedenen Werkstoffe thermische Konstanten, kristallographische Vorgänge und chemische Reaktionen bei erhöhter Temperatur besonders berücksichtigt.
Die Einzelabhandlungen über die verschiedenen Werkstoffe mußten für gewisse röhrentechnische Spezialgebiete, welche die Kenntnis der gegenseitigen Beeinflussung verschiedener Werkstoffe erfordern, ergänzt werden. Daher sind die Herstellung von Glühkathoden, Photokathoden und kalten Kathoden, vakuumdichte Verbindungen und Gettermethoden in besonderen Kapiteln