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In diesem zwölften jahre seine s pari ser exils geschah es besonders háufig, dafi Heinrich Heine in ein dumpfes, unfruchtbares Grübeln verfiel. Er safi dann gewöhnlich in seinem Lehnstuhl und hatte den Kopf in die Rechte gestützt, wáhrend die Linké bleich und feingliedrig auf der Lehne ruhte. Das Arbeitszimmer seiner Wohnung - im vierten Stock eines winkligen Mietshauses gelegen - war einfach ausgestattet, ja, die wenigen zweckmáfiigen Möbel standén recht verloren in der mittelgrofíen Stube. Eine tief herabgebrannte Kerze erleuchtete den Tisch uncf die Mitte des Raumes, so dafi die Wánde in eine ungewisse Dámmerung getaucht waren. Heinrich Heine hatte an seinem Sommernachtstraum Atta Troli" arbeiten wollen, der noch immer unvollendet war, obwohl Freund Laube in Leipzig das Fragment bereits in seiner Eleganten Welt" abgedruckt hatte. Beim Wiederlesen war dem Dichter quálend bewufit geworden, dafi ihm für diese Arbeit die frühere Heiterkeit fehlte. Gedankenverloren starrte er in die flackernde Kerze. Er sah, wie das Wachs schmolz und rings um den Docht einen winzigen Tümpel bildete, der bald über seine Ufer trat. Und es war seltsam: Die rinnenden Tropfen stimmten ihn hoffnungsfreudiger. Warum das so war, wufite er nicht. Er nahm die Feder und versuchte das Rinnsal im Flufi zu haltén. Das leise Prasseln der Flamme und der Duft des Wachses, der das Zimmer durchzog, weckten in seiner Seele alte Erinnerungen an eine ferne Zeit, wo Traum und Wirklichkeit noch wie Geschwister waren, 5