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Niemand außer Claudia Mennersdorfer konnte das Verlagshaus Togelmann schön finden. Sie tat es.
Es war ein Kasten mit quadratischem Grundriß, auf den sich zehn quadratische Stockwerke türmten; in den Augen der Elmroder war es ein Hochhaus. Daneben erstreckten sich, erdgeschossig, Druckerei, Packerei und Lagerhalle, so daß die Anlage alles in allem wie eine überdimensionale moderne Kirche wirkte, bei der das Verlagshaus den Turm bildete. Im obersten Stockwerk war die kleine Redaktion der neuen Zeitschrift >Blitzlicht< untergebracht, und >Blitzlicht< schrien von allen vier Seiten des Turms riesige Buchstaben in die Welt hinaus; von Beginn der Dämmerung bis Mittemacht flammten sie in regelmäßigen Abständen gen Himmel.
Hier arbeitete Claudia seit einem halben Jahr als Sekretärin in der Romanabteilung, und obwohl es ihr noch nicht gelungen war, einen Fuß in die Tür zur Redaktion zu schieben, war sie doch sicher, daß es ihr früher oder später gelingen mußte. Sie war sich ihrer überdurchschnittlichen Fähigkeiten bewußt, und Eknrode, eine kleine Stadt im Zonenrandgebiet, schien ihr gerade der richtige Platz, um vorwärtszukommen. Menschen, die mehr vom Leben erwarteten als benifliche Erfolge, würden immer Redaktionen in München, Hamburg, ja sogar in Offenburg vorziehen.
Es war früher Morgen.
Claudia fuhr ihr kleines, kompaktes Auto auf den riesigen betonierten Parkplatz. Grund und Boden war am Rande von Elmrode billig gewesen und war es noch. Der alte Togelmann, Paul Togelmann senior, hatte ihn, als er aus den ersten Anfängen heraus war, großzügig eingekauft.
Wie immer war Claudia eine der ersten, die die Halle des Verlagshauses betrat. Es steckte keine Berechnung dahinter, sie wollte sich nicht durch besonderen Arbeitseifer beliebt machen, sondern es trieb sie einfach, morgens so früh wie möglich an ihrem Arbeitsplatz zu sein - Pech für ihre Freundin und Kollegin Elke Kramer, die nicht so mühelos aufstand und deshalb den Weg von der Wohnung, in der sie zusammen lebten, meist zu Fuß machen mußte. Claudia brachte es nicht über sich, untätig zu warten, bis die andere fertig war.
Sie begrüßte Herrn Kaspar, den Pförtner, mit einem liebenswürdigen Lächeln und einer Bemerkung über den immer noch schönen