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Vorwort
Unter dem Titel „Der englische Geist" - einem Serien-Titel sozusagen, denn eine gleichartige, von Gustav René Hocke herausgegebene Anthologie französischer Essays war vorangegangen -erschien dieses Buch zuerst 1939, unmittelbar vor dem Kriege. Das war kein günstiges Jahr für eine dem Ruhme des englischen Geistes gewidmete Sammlung von Prosastücken, obwohl die Kritik sie freundlich genug aufnahm. Die Nazis machten denn auch bald dem Vertrieb Schwierigkeiten, das Buch war ihnen zu „englandfreundlich", und der Rest der Exemplare fiel dann später, wenn ich recht unterrichtet bin, in Leipzig Fliegerbomben zum Opfer. Habent sua fata libelli - wahrhaftig so ist es, zumal in unserer Zeit.
Seitdem sind über zwanzig Jahre vergangen, Arthur Koelbing, der hilfreiche und gewissenhafte Übersetzer vieler der hier vereinigten Essays, ist längst gestorben, die Texte sind geblieben. Der Herausgeber, älter und skeptischer geworden, gesteht, daß sie ihm im Abstand der Jahre immer mehr ans Herz wuchsen, wie verlorene Kinder - Swifts „Über das Schlafen in der Kirche", dem Landesbischof Lilj e im Rundfunk einmal zu einigem Ruhm verholfen hat, und Joseph Conrads künstlerisches Glaubensbekenntnis gehören zu seinen Lieblingen -, und er weiß von manchen, die noch ein Exemplar durch die wilden Läufte gerettet haben, daß es ihnen ebenso gegangen ist. Mit Freude und Eifer hat er daher die Möglichkeit wahrgenommen, diese Neuausgabe zu machen.
Der alte „Bestand" ist kaum geändert worden, und ich habe vor allem an dem Prinzip der Zweisprachigkeit festgehalten. Die Übersetzungen, soviel Sorgfalt und Passion auch auf sie verwendet worden sind, erfüllen erst dann ganz ihren Sinn, wenn sie zu den Originalen hinführen. (Welche Übersetzung wäre, bei so verschiedenem Sprachgeist, wirklich vollkommen zu nennen?) Dies möchte in erster Linie ein Lese-Buch sein. Ich habe daher vermieden, es mit kritischem Apparat zu belasten, der den Inter-