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Wer bin ich?
Jemand hat einmal darauf aufmerksam gemacht, daß die Augen des Menschen von ihm selbst wegblicken. Wenn er wissen will, wie er aussieht, muß er einen Spiegel zu Hilfe nehmen. Der Spiegel zeigt uns, wie wir aussehen; damit wissen wir aber noch keineswegs, wer wir sind. Dabei ist doch die Frage danach, wer wir sind, sehr viel wichtiger als die Frage danach, wie wir aussehen. Ist nicht die Frage ,,Wer bin ich?" eine der Urfragen des Menschen? Solange wir leben, suchen wir nach einer Antwort auf diese Frage. Man sollte meinen, die Antwort verstehe sich von selbst; schließlich kenne sich doch jeder selbst am besten, wisse also, wer er sei. Doch dem ist nicht so. Auch hier benötigen wir einen Spiegel. Der Spiegel, den wir brauchen, um eine Antwort zu bekommen auf die Frage: Wer bin ich?, ist ein Gegenüber, ist der andere Mensch. Wenn ein anderer ja zu mir sagt, wenn er mir Wertschätzung und Liebe erweist, erfüllt mich ein Gefühl der Freude; ich erfahre Geborgenheit. Haben wir das nicht alle schon einmal erlebt? Im Grunde genommen freuen wir uns über die Zuwendung eines anderen Menschen, weil wir darin eine Antwort erhalten auf die Frage: Wer bin ich? — zumindest in der Form der Teilantwort: Wer bin ich in den Augen dieses Menschen? Jesus stellte einmal seine Jünger vor die Frage: ,,Für wen haltet ihr mich?" Aus dem Glauben gibt Petrus die Antwort: ,,Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes." Welche Freude muß es für Petrus gewesen sein, als Jesus ihm nach diesem Bekenntnis antwortet: ,,Selig bist du, Simon, Barjona; denn nicht Fleisch und Blut ha-
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