Bővebb ismertető
Diese Blätter erheben nicht den Anspruch, eine erschöpfende Darstellung des Wiener bürgerlichen Mobiliars aus Theresianischen und Josephinischen Tagen zu bieten. Aus der überreichen Fülle der erhaltenen Möbelstücke wurden nur einzelne typische Beispiele ausgewählt, um an ihnen die für ihre Bntstehungszeit charakteri--stischen Merkmale nachzuweisen.
Es wäre der Wunsch der Verfasserin gewesen, alte Möbel in der räumlichen Umgebung zu zeigen, die zur Zeit der Anfertigung dieser Möbel ausgestaltet wurde und für deren Aufnahme bestimmt war. Nun ist es aber trotz vielfacher Nachforschungen in öffentlichen und privaten Sammlungen nicht gelungen, zeitgenössische Darstellungen zu finden, die den gewünschten Einblick in bürgerliche und nicht höfisch^aristokra-' tische Interieurs gewähren. Solche Darstellungen waren in Österreich vor 1780 nicht üblich, wir besitzen nichts, was wir etwa Chodowieckis Kupfern an die Seite stellen könnten. Auch die hier beigefügten Blätter von Löschenkohl sind erst nach Maria Theresias Tode entstanden, doch zeigen sie, wenn sie auch Ereignisse aus höfischen Kreisen zum Gegenstand haben, schlichten bürgerlichen Hausrat, sowohl aus der Theresianischen wie auch aus der Josephinischen Periode.
Heute sind die seinerzeit für die Innenräume Wiener Bürgerhäuser geschaffenen Möbelstücke von ihren ursprünglichen Stätten fast völlig verschwunden. Dies möge zur Erklärung und Rechtfertigung des Umstandes dienen, daß es nur in unvolh kommener Weise gelungen ist, die Übereinstimmung zu zeigen, die zwischen dem abgebildeten Mobiliar und seiner Umwelt bestanden haben mag. Die Tafeln sind in chronologischer Reihenfolge angeordnet, um die zeitliche Entwicklung der beiden Stilperioden vor Augen zu führen. Wir sehen auf den ersten Bildern der Früh.-theresianischen Zeit zu den barocken Grundformen erst einzelne, dann später immer mehr Rokokomotive im Zierat auftreten, die schließlich den Möbeln der spättheresia.' nischen Zeit ein völlig verändertes Aussehen verleihen. In späterer Zeit treten vereinzelt klassizistische Züge hinzu, welche in den Bildern der Josephinischen Periode immer mehr zur Geltung kommen, bis sie endlich allein den Stilcharakter bestimmen.
Wien, im Juli 1920.
Die Notwendigkeit einer Neuauflage nach eineinhalb Jahren beweist, daß dies Buch bestimmt war, eine Lücke auszufüllen. Bis auf unwesentliche Kleinigkeiten habe ich keine textlichen Veränderungen vorgenommen. Das Abbildungsmaterial aber wurde um 9 Tafeln bereichert. Hiedurch wurde eine Umstellung sämtlicher Tafeln notwendig.
Wien, im Februar 192a. Marianne Zweig.