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GELEITWORT
In unserer Zeit wachsen Städte in schnellem Tempo. Die Technisierung des Lebens nimmt unerhört rasch zu. Der Einzelmensch wird immer stärker von seiner natürlichen Umwelt entfernt; eine von der Menschheit geschaffene Umgebung nimmt ihn gefangen, die eine Einsicht in die Zusammenhänge der Natur erschwert. Doch die moderne Technik erleichtert den Menschen auch vielfältig ihre Arbeit, sie schafft ihnen Freizeit. In dieser Freizeit wird bei vielen Menschen ein Drang zur Natur und ihren Bewohnern lebendig. Filme über die Natur sowie Fernsehsendungen finden weiten Widerhall. Sie wecken den Wunsch, durch eigene Beobachtung mehr zu erfahren und - wenn möglich - in eigenen Aufnahmen festzuhalten. Dazu sind Anleitungen notwendig. Von den Tieren stehen dem Menschen die Säuger am nächsten. Eigenartige Vertreter dieser Tierklasse leben in fernen Ländern; sie beschäftigen die menschliche Phantasie. Aber auch unsere Heimat besitzt bemerkenswerte Säugetiere. Ihre Formenfülle und die Eigenarten ihrer Gestalt und ihrer Lebensgewohnheiten sind meist wenig bekannt. Wer weiß Näheres über die Arten der Raubtiere, der Fledermäuse, der Spitzmäuse, die Fülle der Nagetiere oder auch über die größeren Arten wie Hirsch, Reh und Damwild. Alle diese Formen haben interessante Lebensgewohnheiten; es sind für den Kenner bewunderungswürdige Geschöpfe, deren Beobachtung zur Ehrfurcht vor der Mannigfaltigkeit der Lebenserscheinungen und ihren Verknüpfungen im Naturganzen führt. Aber Voraussetzung für eine solche Erkenntnis ist ein Wissen über die Tiere. Man darf nicht nur mit vorgefaßten Meinungen oder in Allgemeinplätzen reden. Möge die Arbeit und Hingabe, die in dem Buch von Dr. König zum Ausdruck kommt, dazu beitragen, Kenntnisse über Säugetiere zu schaffen und von solchen Kenntnissen aus Freude und Entspannung zu finden.
Professor Dr. Dr. h. c. Wolf Herre
Direktor des Instituts für Haustierkunde der Universität Kiel