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Telis Befreiungstat hat die Eidgenossen aller Zungen und Zeiten bewegt und begeistert. Erste nachweisbare Spuren der Tellengeschichte finden wir im Weifien Buch von Sarnen, der altesten Chronik, die von der Gründung des Schweizerbundes erzahlt, und wo der Held noch der Tall, der Thall, aber auch schon der Tell genannt wird. Diese Chronik war Aegidius Tschudis früheste Quelle, dessen Chronicon helveticum bekanntlich Goethe episch anregte und der dann den Stoff Friedrich Schiller überliefi. Durch Schillers Drama wurde die Gestalt des...
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Telis Befreiungstat hat die Eidgenossen aller Zungen und Zeiten bewegt und begeistert. Erste nachweisbare Spuren der Tellengeschichte finden wir im Weifien Buch von Sarnen, der altesten Chronik, die von der Gründung des Schweizerbundes erzahlt, und wo der Held noch der Tall, der Thall, aber auch schon der Tell genannt wird. Diese Chronik war Aegidius Tschudis früheste Quelle, dessen Chronicon helveticum bekanntlich Goethe episch anregte und der dann den Stoff Friedrich Schiller überliefi. Durch Schillers Drama wurde die Gestalt des Befreiers Teli im Bewufitsein nicht alléin des Schweizervolkes erneuert, sondern erhob sie sich zum Freiheitshelden der erwachenden Nationen überhaupt. Wer dem geschichtlichen Werden und Wirken der Tellengestalt über Zeiten und Völker hinweg folgt, kommt zur Einsicht, daB sich der Tellenstoff zu blütenhafter Vollendung tatsachlich auf Schillers Wilhelm Telh hinbewegt und daB die Entfaltung hier den glückhaft ausgereiften literarischen Abschlufi findet. Es darf indessen nicht übersehen werden, dafi bereits der vorschillersche Befreier Teli als der anfeuernde weltliche Schutzpatron verschiedenster Völkerschaften, Nationen und Bekenntnisse wirkte; es sei nur an Lemierres Tellspiel, Rossinis Musikdrama, Francesco Soaves Erzahlung Guglielmo Tell oder an die Rolle erinnert, die Teli als Trumpfkarte im ungarischen Kartenspiel einst innehatte. (In seiner Schrift Wilhelm Teli, Blátter aus seiner Ruhmesgeschichte ist Fritz Ernst den Spuren unseres Helden durch Európa gefolgt. Atlantis 1936.) Von neuern literarischen Versuchen, den Teli vom Sockel des Mythos herabzulocken, durch die Gegenwart schreiten und sich in ihr bewáhren zu lassen, zeugen die Bühnenstücke Jákob Bührers, Paul Schoecks und C. A. Bernoullis. Seiner sichtbaren Gestalt habén sich zu jeder Zeit Zeichner und Maler angenommen. Stich und Holzschnitt haltén Stationen seiner Heldenbahn fest, etwa den Sprung aus dem Schiff oder den Apfelschufi, und es sind die Statten seiner weltfrommen Erlösertat, auf denen man zu seinem Gedenken Kapellen errichtet und ausgeschmückt hat. Aus dem vorletzten Jahrhundert sind uns noch allgemein vertraut die heftigen Darstellungen von und nach Heinrich Füfili; die innigen Kupfer Salomon Gefiners, die naiv kraftstrotzenden, frohgebárdigen Darstellungen Ludwig Vogels (1788-1879) und aus dem letzten und jetzigen Jahrhundert etwa Kifilings Standbild in Altdorf, Albert Weltis Tellenknabe (für eine Briefmarke), Bachmanns und Stückelbergs Wandbilder in den Kapellen in der Hohlen Gasse und an der Tellsplatte, Hodlers aufscháumende Kraftgestalt und Heinrich Danioths visionáre, heimatlich vertraute Urerscheinung des Urner Landsmannes. Was Ottó Baumberger hier vorlegt, ist mehr als nur illustrierendes Geleit zum klassischen Texte und vermag in seiner gut aufgeschlossenen Reihung als Bilderwerk für sich zu bestehen. Die reiche und doch so zurückhaltend vornehme Stufung der malerischen Werte wird von einer auBerst zuverlassigen, ordnenden graphischen Struktur gestützt, und in der echt alemannischen Haltung dieser Blátter setzt sich erbmafiig ein naturhaftes Bildschaffen fort, das an eine stolze Überlieferung anschlieflt. Ottó Baumbergers Schaukraft und Sehweise, so persönlich und unverkennbar

Termékadatok

Cím: Wilhelm Tell [antikvár]
Szerző: Friedrich Schiller
Kiadó: Silva-Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 220 mm x 300 mm
Bolti készlet  
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