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«Frau Lechow, können Sie mir vielleicht sagen, was ich damit soll?» Die Redakteurin hatte die Hand über die Telefonmuschel gelegt und schnippte Nora einen Brief quer über die Schreibtische, an denen sich die beiden Frauen gegenübersaßen. Ihre überhebliche Art brachte Nora wieder einmal in Harnisch. Was bildete sich diese Person eigentlich ein! Sie führte stundenlange Privatgespräche und überließ ihr die Arbeit. Im Augenblick schien sie wieder mal ihren Ehemann am Wickel zu haben. Der ehemalige Soziologiestudent suchte, wie er sich geschwollen ausdrückte, seine Selbstverwirklichung im familialen Bereich. Anscheinend hatte er Ärger mit der Waschmaschine. «Dann mußt du eben den Wartungsdienst anrufen, der Haushalt ist schließlich deine Sache-Liebes», hörte sie die Redakteurin ungehalten sagen.
Nora seufzte bei dem nicht enden wollenden Gespräch. Wie sollte sich da ein Mensch konzentrieren. Sie stand auf und ging zur Tür, nicht ohne auf dem Weg dorthin mit geübtem Griff das seit Stunden vor sich hindudelnde Radio abzuschalten. Noch ehe sich die Tür hinter ihr schloß, hatte die Stimme des Sängers sie wieder eingeholt.