Bővebb ismertető
Vor meinem Fenster steht ein groBer Ahornbaum. Heute habe ich mit einemmal gemerkt, daB er alle seine Blátter verloren hat. Gelb und braun liegen sie da rund um seinen Stamm. Fast wie mit dem Zirkel gezogen. Ich hab' gar nicht mitbekommen, daB es langsam Herbst geworden ist, hab' nicht gesehen, wie die Blátter des máchtigen Baumes sich allmáhlich von dunkelgrün zu hellgrün und schliefilich zu gelb verfárbten. Ich weiB nur, daB es so gewesen sein muB. Denn jetzt ist der Baum kahl. DaB es Frühling wird und Sommer und Herbst, das hat einmal zu meinen wichtigsten Erlebnissen gehört. Der erste Amselruf von der Spitze unserer Tanne, der erste Tag, an dem man barfuB durchs Gras laufen konnte, das erste gelbe Blatt auf unserem Rasen, die ersten blaBblauen Herbstzeitlosen, die ersten Schneeflocken und die dünne Eisschicht auf dem Teich - das waren Stationen meiner Kindheit. Habén mich diese paar Jahre zwischen flinfzehn und achtzehn wirklich so totál abgestumpfl? Sind meine Náchte schuld, daB ich meine Tage nicht mehr bewuBt eriebe? Irgendwie scheint das ja ganz logisch, wenn ich mich so erinnere und darüber nachdenke, wie das alles bis heute gelaufen ist, seit damals, als ich noch ein kleines Mádchen war.