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Vorwort
Unsere Zeit stellt eine einzigartige Herausforderung an das Leistungsvermögen und an das Verantwortungsbewußtsein eines jeden Wissenschaftlers dar. Der historischen Dimension dieses Wechselverhältnisses nachzuspüren, bemühten sich in interdisziplinärer Diskussion Mediziner, Chemiker, Philosophen, Physiker, Historiker, Techniker, Juristen, Pädagogen, Mathematiker und Biologen. Sie waren am 16. und 17. Oktober 1985 aus Anlaß des 40. Jahrestages der Neueröffnung der FRIEDRICH-SCHILLER-UNIVERSITÄT JENA zusammengekommen, um im Rahmen der Konferenz „Natur und Gesellschaft — Wissenschaft und Verantwortung" ihre Meinungen zu diesem hochaktuellen Problem auszutauschen.
Damit griffen sie aus dem historischen Blickwinkel ihrer Disziplin und ihrer Erfahrungen mit in die geistige Auseinandersetzung um das Verhältnis von Natur und Gesellschaft ein. Sie machten auf diesem Wege wissenschaftshistorische Erkenntnisse für die Gestaltung des Heute und Morgen produktiv.
Die in diesem Heft vorgestellten Beiträge entstanden im Ergebnis anregender Diskussionen im Arbeitskreis 6 „Wissenschaft und Verantwortung in der Geschichte". Sie waren konzentriert
- auf das Verhältnis von Wissenschaft und Verantwortung als Faktor des Kampfes um Frieden, um gesellschaftlich-sozialen und geistig-weltanschaulichen Fortschritt sowie
- auf das Verhältnis von Wissenschaft und Verantwortung als Faktor der Wissenschafts- und Persönlichkeitsentwicklung sowie der produktiven Nutzung wissenschaftlicher Ergebnisse.
In den Diskussionen zum Verhältnis von Wissenschaft und Verantwortung als Faktor des Kampfes um den Frieden reichte die historische Spannweite der Beiträge von den Friedensappellen des Humanisten Erasmus von Rotterdam (1469-1536) bis hin zu hochaktuellen Auseinandersetzungen um das politische Werk des Mathematikers, Philosophen und Sozialkritikers Bertrand Russell (1872-1970). Nachdrücklich wurde unterstrichen, daß heute unter veränderten weltpolitischen Bedingungen und angesichts ungeheurer wissenschaftlich-technischer Möglichkeiten die Verantwortung jedes Wissenschaftlers für die Fortexistenz unseres Planeten, für die Sicherung des Weltfriedens und für die Abwendung einer nuklearen Katastrophe eine neue
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