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Vorwort
In dem Jahrzehnt nach dem Ende des zweiten Weltkrieges haben die Entwicklung der Atomkern-Technik, der Teilchenbeschleuniger und die Herstellung und Anwendung der radioaktiven Isotope enorme Fortschritte gemacht. Ebenso wurden die Probleme der militärischen Ausnutzung der Atomkernenergie mit großem Nachdruck bearbeitet. Die Atomwaffen verschiedenster Typen sind zu einem der entscheidenden Mittel der zukünftigen Kriegsführung (die ganze Welt hofft, daß es niemals zu einem Atomkrieg kommt!) geworden. Während früher nur ein verhältnismäßig begrenzter Teil der Erdbevölkerung mit energiereichen Strahlungen in Berührung kam — hauptsächlich im Rahmen der medizinischen und technischen Anwendung von Röntgen- und Radium'-,., strahlen — hat diese neuere Entwicklung ergeben, daß in Zukunft nicht nur einzelne Personen, sondern große Teile der Bevölkerung der Strahlenbelastung und damit der Strahlenschädigung unterworfen werden können. Auch die Zahl der Menschen, die zwangsweise Strahleneinwirkungen ausgesetzt sind, ist sehr stark angestiegen und wird noch weiter steigen.
Das bisherige Problem des im wesentlichen individuellen Strahlen-schutzes hat sich damit außerordentlich erweitert, und die wissenschaftliche Bearbeitung der Fragen des Strahlenschutzes ist in den Vordergrund des allgemeinen Interesses getreten. Es ist selbstverständlich, daß die radiobiologischen und medizinischen Erkenntnisse und Erfahrungen bezüglich der Wirkungsweise und der Endeffekte der energiereichen Strahlungen auf den menschlichen Organismus die Grundlage aller Strahlenschutzmaßnahmen bilden und daß die entsprechende technische Entwicklung nur unter Berücksichtigung dieser Erfahrungen erfolgen darf. Da aber die technischen Maßnahmen und Einrichtungen mit größter Beschleunigung ausgearbeitet und durchgeführt werden müssen, entstand eine besondere Aktualität und zwingende Dringlichkeit der wissenschaftlichen und technischen Bearbeitung aller Fragen des Strahlenschutzes.
Wenn auch die Wissenschaft bereits bedeutende Vorarbeiten auf diesem Gebiete geleistet hat, so muß doch festgestellt werden, daß die vorliegenden Ergebnisse der Forschung noch Zu unzureichend sind, um eine voll befriedigende Lösung aller neu entstandenen Probleme zu ermöglichen. Eine sehr beträchtliche weitere Forschungsarbeit ist notwendig.
Aus diesen Gründen erschien es dem Herausgeber ratsam, eine möglichst umfassende Zusammenstellung der heute vorliegenden ein-