Bővebb ismertető
Dichtung ist Umwertung des Wortes aus seiner
sinnlichen Bedeutung in die kosmische. Die For-derung Mose: „Ihr sollt euch keine Bilder von mir machen, denn ich bin das Ewige" fíndet ihre Er-füllung in der Dichtung, deren Bilder Symbole, nicht Anschauungen sind. Dichtung muB erlebt werden—: Dichtung lesen, ist Widerspruch in sich. Die Grenze der Sprache ist dort, woher die Sprache kommt: in der sinnlichen Anschauung, im Vergánglichen also. Die Sprache ist demnach zunáchst Ausdruck des Vergánglichen. Der Dichter, dem das Vergángliche der Anschauung Mittel zum Zweck ist, gebraucht die Sprache wie der Musiker die Töne, und das Bild der Dichtung ist seinem Wesen nach dasselbe was die Harmonie der Musik: beide habén keinerlei konkrété Einzelvorstellungen oder diskursive Gedanken zum Inhalt, sondern die Kraft, die berufen ist, das Ich-BewuBtsein über sich ins Unanschaulich - Ewige hinauszurücken.
Gedicht will und muB erlebt sein: seine Worte und Bilder müssen, in der Seelenflut des Lebendigen aus ihrer praktisch-anschaulichen Starrheit und Be-stimmtheit in die Bewegung des Erlebens gelöst, das Vielfache der Sinnenwelt zur Einheit Gottes zu-sammenströmen lassen, zu jener ursprünglichen Einheit, die in der Erinnerung als Liebe flammend ins menschliche BewuBtsein schlágt —: Dichtung ist Glaube.