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Wolfgang Mattheuer ist seit der VII. Kunstausstellung der DDR (1972) in der Öffentlichkeit zu einem testen Begriff geworden. Sein Holzschnitt Hinter den sieben Bergen, ursprünglich für eine Sammlergemeinschaft entstanden, gehörte zu den in der Presse am háufigsten reproduzierten Werken, und das Gemálde Liebespaar (1970) war eines der Bilder dieser Ausstellung, über die am leidenschaftlichsten gestritten wurde. Natürlich war Mattheuer weitaus früher in die Kunst eingetreten, námlich am Ende der fünfziger Jahre. Seine Entwicklung...
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Wolfgang Mattheuer ist seit der VII. Kunstausstellung der DDR (1972) in der Öffentlichkeit zu einem testen Begriff geworden. Sein Holzschnitt Hinter den sieben Bergen, ursprünglich für eine Sammlergemeinschaft entstanden, gehörte zu den in der Presse am háufigsten reproduzierten Werken, und das Gemálde Liebespaar (1970) war eines der Bilder dieser Ausstellung, über die am leidenschaftlichsten gestritten wurde. Natürlich war Mattheuer weitaus früher in die Kunst eingetreten, námlich am Ende der fünfziger Jahre. Seine Entwicklung vollzog sich lange in der Stille, war auch nicht frei von Widersprüchen. Die Záhigkeit, mit der dieses aufstrebende Talent sein Ziel verfolgte, mag eine Mitgift seiner vogtlándischen Heimat gewesen sein - Mattheuer wurde 1927 in Reichenbach geboren. Seine Ausbildung als Gebrauchsgraphiker und die praktischeTátigkeit in diesem Beruf bewahrten ihn vor einer Hürde, die nicht selten vor Absolventen einer Hochschule für Bildende Künste steht, námlich der Notwendigkeit, sich in einem mitunter ebenso schwierigen wie langwierigen ProzeB von SchulTraditionen und vom Vorbild einzelner Lehrer frei zu machen. In die gleiche Richtung wirkte die Tatsache, daB Leipzig, wo Mattheuer 1947 ein Studium aufnahm und das auch zum Ort seines spáteren Wirkens werden sollte, bei seinem Eintritt in die Kunst kein nennenswertes malerisches Klima hatte. Leipzig galt als Stadt des Buches, der Musik und des Handels. Die Maierei wurde hier nie so recht bodenstándig, obgleich an der Buchkunsthochschule immer wieder honorable bildende Künstler am Werke waren, wie Max Schwimmer, der geistvolle Erotiker unter unseren Zeichnern, oder Kari Krug, der heimliche Lehrmeister vieler Leipziger und tüchtige Radierer - aber mit Dresden oder Berlin war auf dem Gebiete der Maierei eben doch nicht zu konkurrieren. Heute ist das anders: Die Messestadt ist zu einem Maler-Zentrum in der DDR geworden. Die Rostocker Kunsthallen-Auslese von 1973, die dichteste Ausstellung Leipziger Künstler, die bis dahin auBerhalb ihrer Stadt gezeigt worden war, vereinte neununddreiBig Namen. Die Szene hatte sich alsó grundlegend gewandelt. Aufmerksame Beobachter unserer Kunstlandschaft wurden von dieser Entwicklung durchaus nicht überrascht, sie waren schon Anfang der sechziger Jahre auf Leipzig aufmerksam geworden, wo sich mit einem Male Talente zu Wort gemeldet hatten, von denen einiges erwartet werden durfte: Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Gerhard Kurt Müller, Werner Tübke. Diese vier habén in den sechziger Jahren, da sie an der Hochschule als Lehrer zu wirken begannen, entscheidend dazu beigetragen, aus Leipzig eine Stadt der bildenden Künste zu machen - Heisig, Mattheuer und Tübke als Maler, Müller als Graphiker, der die Leipziger Holzstecher-Schule neu begründete: Sie sind, als Angehörige einer mittleren Generation, die Váter der seit 1972 so oft zitierten Leipziger Malerschule, die es, um das gleich vorwegzunehmen, in der Geschlossenheit, die der Schulbegriff nahelegt, gar nicht gibt. Der Begriff Leipzig in der Maierei wurde hingegen schon vor der VII. Kunstausstellung der DDR (námlich seit der 8. Kunstausstellung des Bezirks Leipzig: Januar bis Mai 1972) zu einem Synonym für die Breite und Vielfalt realistischer Kunst, er bedeutete einen Zuwachs an neuen oder neuaufgenommenen stilistischen Möglichkeiten für die Kunst des sozialistischen Realismus. Die Breite und Vielfalt ist bei den Lehrern der Leipziger, eben bei Heisig, Mattheuer, Müller und Tübke, ziemlich früh erkennbar gewesen: Die stilistischen Unterschiede zwischen den vier Künstlern sind gravierend. Das alles lag vor Wolfgang Mattheuer, als er 1951 die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst als Absolvent verlieB, um sie zwei Jahre spáter als Assistent und Lehrer wieder zu betreten, und zwar für mehr als zwei Jahrzehnte. Als Maler zieht er 1962

Termékadatok

Cím: Wolfgang Mattheuer [antikvár]
Szerző: Lothar Lang
Kiadó: Henschelverlag Kunst und Gesellschaft
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 210 mm x 270 mm
Lothar Lang művei
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