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über Tote und Lebendige Herr
«Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei»
(Rom. 14, 7-9).
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Bei jedem Sterben eines teuren Menschen stehen wir Zurückbleibenden neu erschüttert vor der ganzen Einmaligkeit eines Menschenlebens und Menschenschicksals und vor der ganzen Schwere unabänderlichen Geschehens, dem gegenüber menschlicher Trost auch aus treuem Herzen machtlos erscheint. Und doch sind Christen, wenn sie einander Worte des Trostes zurufen, in aller Armseligkeit ihrer Worte, in aller Einsamkeit ihrer Seelen nicht ganz machtlos, vielmehr darf auf ihrem Tun ein Abglanz des ewigen Trostes liegen, dessen leuchtende Wirklichkeit der Apostel in die Worte zusammenfaßt: «Dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei.»
Über Tote und Lebendige ist Jesus Christus der Herr! Diese Botschaft reicht hinein in die tiefsten Tiefen, wie sie über den höchsten Höhen noch strahlt als die Segenswirklichkeit, nach der alles Irdische sich sehnt und deren unser Leben in jedem Augenblick bedarf! Über alle Abgründe geht dieses Wort sieghaft hinüber, eine Brücke schlagend nicht mit menschlicher Kunst und menschlichem Irren, sondern in der heiligen Schöpfermacht des Vaters, zu dem der Sohn betend aufblickt: «Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.» Und welch ein Abgrund bedarf dieser Himmelsbrücke mehr als der furchtbare Abgrund des offenen Grabes, als der dunkle Abgrund des