Bővebb ismertető
Vorbemerkung:Seit dem Erscheinen der ersten Lieferung des Wörterbuchs der deutschen Gegenwartssprache sind fast zehn Jahre vergangen; die konzeptionellen Vorarbeitenfür das Werk reichen noch weiter zurück, fn dieser Zeit haben sich die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Staaten, in denen deutsch gesprochen wird, immer mehr verstärkt. Das gilt besonders für die DDR und die BRD. Hier stehen sich heute zwei Staaten gegenüber mit ausgeprägt unterschiedlichen ökonomischen Strukturen, mit staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen und herrschenden Ideologien, in denen gegensätzliche Klasseninteressen zum Ausdruck kommen. In der Deutschen Demokratischen Republik errichtete das werktätige Volk unter der Führung der geeinten Arbeiterklasse und ihrer Partei die historisch fortgeschrittene und überlegene Gesellschaftsordnung des Sozialismus. In der Bundesrepublik dagegen sucht die Monopolbourgeoisie durch eine gewaltige Konzentration und Akkumulation des Kapitals und mit Hilfe der Ideologie des Antikommunismus die historisch überlebte kapitalistische Gesellschaftsordnung zu konservieren und ihren Macht-und Einflußbereich im Innern und nach außen ständig zu erweitern.Infolge dieser gegensätzlichen gesellschaftlichen Entwicklung sind bedeutsame sprachliche Unterschiede zwischen der sozialistischen DDR und der staatsmonopolistischen BRD entstanden. Das in der sozialistischen Gesellschaft sich entwickelnde ökonomische System, die sozialistische Ideologie, Wissenschaft und Kultur geben der Sprache in der DDR ihr spezifisches Gepräge. Auf Grund der in zwei Jahrzehnten sozialistischen Aufbaus gefestigten moralisch-politischen Einheit der werktätigen Klassen und Schichten wird der aus der Lehre von Marx und Engels hervorgegangene und sich mit den neuen objektiven Verhältnissen weiter entwickelnde gesellschaftlichpolitische Wortschatz mehr und mehr zum festen Besitz des Staatsvolkes der DDR. In der BRD dagegen wird der überkommene, aus dem System der Einrichtungen, Bezeichnungen und Anschauungen der bürgerlichen Gesellschaft hervorgegangene Wortschatz beibehalten und den neu auftretenden Erscheinungen entsprechend erweitert ; zugleich mißbraucht die Monopolbourgeoisie die Sprache zunehmend für den Versuch, die öffentliche Meinung mit Hilfe der ihr zur Verfügung stehenden Massenkommunikationsmittel zu manipulieren.Für den Lexikographen werden die sprachlichen Divergenzen zwischen der DDR und der BRD vor allem in der Veränderung der Bedeutungen, im Aufkommen neuer Wörter und im Zurückgehen alter Bildungen faßbar. Im einzelnen sind diese Divergenzen, gemessen am Verhältnis von Denotat (Gegenstand, Eigenschaft, Beziehung, Sachverhalt), Bedeutung und Zeichen, verschieden begründet.Die tiefgreifendste Veränderung in der Lexik beider Gesellschaftsordnungen ist durch die Bedeutungsdifferenzierung ein imd desselben Zeichens entstanden. Diese Differenzierung betrifft vor allem den ideologiegebundenen Teil des Wortschatzes, der gleichzeitig der Allgemeinsprache, besonders deren politischem Bereich, und dem gesellschaftswissenschaftlichen Fachwortschatz angehört, aus dem er oft gekommen oder durch den er mit geprägt worden ist. Sie ergibt sich aus einer Veränderung der den Bedeutungen zugrundeliegenden Begriffe einschließlich deren Wertung (Staat, Partei, Parlament, Polizei, proletarisch, Revolution). Die begrifflichen Unterschiede haben ihre Ursache darin, daß in der sozialistischen und in der bürgerlichen Ideologie gegensätzliche Klasseninteressen zum Ausdruck kommen, die die adäquate Widerspiegelung gesellschaftlicher Verhältnisse möglich machen bzw. verhindern. Den der sozialistischen Ideologie angehörenden, auf der klaren Erkenntnis gesellschaftlicher Zusammenhänge und Entwicklungsgesetze beruhenden % Begriffen und Bedeutungen stehen die der bürgerlichen Denkweise verhafteten und früher vor-