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VORWORT
Der Aufforderung des Verlages, für die Reihe seiner „Taschenausgaben" ein „Wörterbuch der Kunst" zu schreiben, bin ich umso lieber nachgekommen, als ein solches Wörterbuch, das mehr geben will als die einfache Erklärung von Fachausdrücken, in deutscher Sprache seit Jahrzehnten nicht geschrieben worden ist.
Bei der Auswahl aus der unendlichen Fülle des Stoffes war der Gedanke leitend, die deutsche Kunst in den Vordergrund zu stellen und das dem deutschen Benutzer auch in geographischer Hinsicht ferner Liegende seinem Abstand entsprechend zu berücksichtigen. Dies wird man namentlich bei der Auswahl der einzeln behandelten Künstler merken, die nicht nach ihrer europäischen Rangliste, sondern nach ihrer Bedeutung für uns in Deutschland getroffen ist; man wird es ferner dort merken, wo es galt, einen Begriff, eine Sache, eine Entwicklung durch Beispiele zu belegen. Auf Einzelbehandlung von Künstlern glaubte ich deshalb nicht verzichten zu sollen, weil damit zugleich ein gut Teil geschichtlicher Wirklichkeit weggefallen wäre. Und eben, um diese sprechen zu lassen, wurden auch Artikel über einzelne Kxmstwerke aufgenommen, in erster Linie über Bauwerke. Wenn hierbei die antike Kunst im Verhältnis ziu: neueren stärker berücksichtigt wurde, so geschah dies als Ausgleich gegenüber der so sehr viel geringeren Zahl bestimmt faßbarer antiker Künstlerpersönlichkeiten. Die vorgeschichtliche Kunst, die in derartigen Wörterbüchern so gut wie ganz fehlte, ist stärker hereingenommen worden, entsprechend der gesteigerten Bedeutung, die sie in den letzten Jahren für uns gewonnen hat. Dagegen durfte die Volkskunst knapper behandelt werden, weil sie in dem vor einigen Jahren in der Reihe der „Taschenausgaben" erschienenen „Wörterbuch der deutschen Volkskunde" bereits ausführlich zu Wort gekommen ist. Bei Stichwörtern wie Deutsche Kunst oder Barock, die einen sehr ausgedehnten Kreis kunstgeschichtlicher Tatsachen betreffen, ist dieser nicht in seinen Einzelheiten aufgerollt; wohl aber wurde versucht, Wort und Wesen möglichst vielseitig zu erläutern. Schrifttumsnachweise erschienen mü-notwendig, um denen, die über das Gebotene hinaus weiterdringen