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ZUR LATINITÄT AUGUSTINS IN „DE CIVITATE DEP'
Im Vergleich zur klassischen Latinität ist die Sprache Augustins durch den stärkeren Gebrauch des nominalen statt des verbalen Ausdrucks gekennzeichnet. Dieser ermöglicht eine schärfere Fassung der Begriffe und wurde daher besonders von der griechischen Philosophie bevorzugt. Auf ihr baut auch die christliche Theologie auf, zu deren Ausbildung und Übertragung ins Lateinische Augustinus einen entscheidenden Beitrag leistete. So steht auch seine Sprache unter griechischem Einfluß.
1. Das zeigt sich schon im Wortbestand, der neben einer Reihe von originalen griechischen Ausdrücken, wie áppiovía Harmonie, áp^éi^uTCOí Vorbild, Urbild, svvoia Begriff, xóa\JMC, Welt, Kosmos, XaTpeia Verehrung, CTCücppoaúvT] Besonnenheit, Mäßigung, eine große Zahl griechischer Fremdwörter enthält^): allegória, anatomicus, ángelus, antitheta, asylum, apostata, apostaticus, atomus, canon, canonicus, clibanus, diabolus, diabolicus, dia-lecticus, ecclesia, ecdesiasticus, episcopus, ethicus, evangelium, evangelicus, gyrus, haereticus, heros, idolatría, idolum, logicus, martyr, musicus, mysti-cus, orgánum, phantasia, phantasma, philosophia, philosophari, physicus, physiologia, pirata, prophetia, propheticus, prophetare, psalmus, theologia, tropicus.
Die Mehrzahl dieser Begriflfe stammt aus der christlichen Sprache, in der sie teilweise eine neue Bedeutung gewonnen haben, ebenso wie auch einige lateinische Ausdrücke, wie animalis (nur) lebend (= ^pu^ixo^ 1. Cor. 2, 14. 15, 44) benedicere mit acc. segnen, carnalis fleischlich (Rom. 15, 27; 1. Cor. 3, 3; 9, 2. Cor. I, 12; 10, 4; 1. Petr. 2, 11) creare, creator Schöpfer, crea-tura Schöpfung, gentes Heiden, gratia Gnade, paenitentia Reue, Buße, redemptio Erlösung; renasci, wiedergeboren werden, resurrectio Auferstehung, saeculum Weltzeit, saecularis weltlich, salvator Heiland, spiritalis geistig (Rom. 1, 11; 1. Cor. 2, 13; 3, 1; 15, 46 Gal. 6, 1 u. a.), supplicium Endgericht, trinitas Trinität.
Griechische Namen und Wörter werden vielfach griechisch flektiert, hebräische Namen dagegen bleiben unflektiert (mit Ausnahme von Abraham das im Gen. u. Dativ Abrahae und Moyses, das im acc. mit griech.
Diese Scheidung ist zwar nicht eindeutig durchzuführen, da in den Handschriften die Schreibung mit griechischen und lateinischen Buchstaben schwankt.