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Das Telefon mußte schon eine ganze Weile geschellt haben, ^ bevor Dr. Bruckner den Hörer abnahm. Jedenfalls klang die ' Stimme der Nachtschwester etwas ungehalten.
»Ich dachte schon, ich bekäme Sie überhaupt nicht mehr wach. Sie haben doch heute Dienst, nicht wahr?«
Es dauerte eine ganze Weile, bis Thomas Bruckner soweit war, daß er klar denken konnte. Er schaute auf den Wecker: Drei Uhr morgens! Kein Wunder, daß er noch müde war. Er war in dieser Nacht bereits zweimal gestört worden.
Das erstemal hatten besorgte Eltern einen Jungen gebracht, der eine Nadel verschluckt hatte. Glücklicherweise brauchte er nicht operiert zu werden, Bruckner hatte den Jungen nur aufgenommen, um ihn zu beobachten; anscheinend war bisher alles gutgegangen.
Der zweite Fall war eine echte Blinddarmentzündung gewesen. Er hatte operieren müssen. Er war gerade vor einer halben Stunde damit fertig geworden. Deswegen war ihm auch das Wach werden so schwergefallen. »Ich weiß ja, daß Sie müde sind!« glaubte die Nachtschwester ihn trösten zu müssen. Sie hatte jenen versöhnlichen mütterlichen Ton angeschlagen, den alte Schwestern jüngeren Ärzten gegenüber gern gebrauchen. »Aber ich muß Sie wieder stören. Ich glaube, es ist besser, Sie kommen selbst.«
»Und was ist es diesmal?« Thomas Bruckner war mit beiden Beinen aus dem Bett gesprungen. Er hatte das Licht angeknipst. Die Helligkeit vertrieb den Schlaf sehr rasch. »Wieder ein Blinddarm?«
»Nein — ein Unfall. Ein Radfahrer wurde von einem Auto angefahren. Der Chauffeur hat Fahrerflucht begangen. Die