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XXIInd International Congress of Psychology/XXIIe Congrés International de Psychologie/XXII. Internationel Kongress für Psychologie I-II. [antikvár]

A. Metge, G. Eckardt, K. Danziger, M. Vorwerg

 
ASPEKTE DKR WISSSNSCHAJFOBHISTCRISCHJSH BEWEHTUBG WILHELM WUNDTS ECKARjüT, Georg Priedrich-Schiller-Universitát Jena Sektion Psychologie Jena, Deutsche Demokratische Republik 1. Das "Symposium in memóriám Wilhelm Wundt" ist das erste in der bisherigen Geschichte der Internationalen Kongresse für Psychologie, das einer einzelnen Forscherpersönlichkeit gewidmet ist. In Anbetracht dieser Tatsache ist es sinnvoll, erstens áuűere Anlásse und zweitens inhaltliche Gründe für die Durchführung einer solchen Veranstaltung zu prüfen....
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ASPEKTE DKR WISSSNSCHAJFOBHISTCRISCHJSH BEWEHTUBG WILHELM WUNDTS ECKARjüT, Georg Priedrich-Schiller-Universitát Jena Sektion Psychologie Jena, Deutsche Demokratische Republik 1. Das "Symposium in memóriám Wilhelm Wundt" ist das erste in der bisherigen Geschichte der Internationalen Kongresse für Psychologie, das einer einzelnen Forscherpersönlichkeit gewidmet ist. In Anbetracht dieser Tatsache ist es sinnvoll, erstens áuűere Anlásse und zweitens inhaltliche Gründe für die Durchführung einer solchen Veranstaltung zu prüfen. 1.1.Áuűerer Anlaű ist ein nachzuholendes Jubiláura: der 100. Jahrestag der Gründung des ersten psychologischen Instituts der Welt in Leipzig 1879. Der Stellenwert dieses Datums in der Geschichte der Psychologie ist insofern zu relativieren als iie Gründung eines ersten Instituts zwar ein herausragendes Ereignis in der Entwicklung eines Gegenstandsgebietes zu einer Wissenschaft ist, jedoch nicht vorbehaltlos als ihr punktueller Geburtstermin anerkannt werden kann. Die Entstehung der wissenschaftlichen Psychologie vollzog sich vielmehr innerhalb eines breiten zeitlichen Kontinuums, auf dem zahlreiche Ereignisse vor und nach der Institutsgründung spezifische Relevanz habén. Die Berechtigung, aus dem zeitlichen Kontinuum des tíntstehungsprozesses dennoch einen Junkt, das Jahr 1S79, besonders hervorzuheben, ergibt sich aus der Tatsache, daB mit der Institutsgründung die Voraussetzung geschaffen wurde für die Entwicklung einer "scientific community", deren einheitsstiftendes Merkmal die tlberzeugung von der wissenschaft lichen Eigenstándigkeit ihres Gegenstandsgebietes bildete. 1.2.Die inhaltliche Berechtigung eines solchen Symposiums ergibt sich aus der Überlegung, daű ohne die Verdienste Wundts um die Thematisierung und Systematisierung des Gegenstandsgebietes und um die Entwicklung und Anwendung einer dem Gegenstand adáquaten Methodik die wissenschaftliche Psychologie in der Form, in der sie heute existiert, undenkbar wáre. Will man den heutigen Zustand der Psychologie als Wissenschaft theoretisch reflektieren, wird man auf die Notwendigkeit verwiesen, eine differenzierte Analyse der Entstehungs- und Begründungsbedingungen und -zusammenhánge in diese Reflexionen einzubeziehen. Da die Initialbestimmungen, die Wundt der Psychologie im Stádium ihrer Verwissenschaftlichung gab, zwar nicht das einzige, aber doch ein wesentliches Ivloment dieser Entstehungs- und Begründungszusammenhánge bilden, ist ihre Analyse erforderlich, um historisch fundierte Einsichten über den gegenwártigen Zustand der Psychologie gewinnen zu können. 2. Um Wundt und sein Werk in seiner Bedeutung für die gegenwártige Psychologie erschlieűen zu können, ist es erforderlich, erstens seine Konzeption der Psychologie als Einzelwissenschaft aus den historischen Bedingungen, unter denen sie entstand und wirksam wurde, zu erkláren und zu bewerten, zweitens die Analyse seiner Konzeption an Gesichtspunkten zu orientieren, die vom gegenwártigen Entwicklungsstand und gegenwártigen Problemstellungen der Psychologie abgeleitet sind. 2.1. Die kongreten gesellschaftlichen Verháltnisse in Deutschland in der 2. Hálfte des 19. und der ersten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhundrta bilden das zentrale Bedingungsgeftig*, ron dem aus ein historisch fundiertes Verstándnis der psychologischen Auffassungen Wundts gewonnen werden kam Die Bedeutung, die die Untersuchung der dialektischen Wechselbeziehungen zwischen allgemein-historischer Entwicklung und wissenschaftlicher Erkennt nisgewinnung für das Verstándnis und eine historisch angemessene Bewertung Wundts und seiner Psychologie-Konzeption hat, wird exemplarisch an zwei Problemen demonstriert: a) die duale Begründung der Psychologie nach Gegenstand und Methodik (physiologische bzw. experimentelle Psychologie vs. Völkerpsychologie), b) Wundts Stellung zum Verháltnis zwischen "reiner" und angewandter Psychologie. 2.2. Die Erschliefíung des Wundtschen Werkes in neuerer Zeit ist nicht primar von antiquarischen Interessen geleitet, sondern verfolgt in erster Linie das Ziel, aus der Perspektive des gegenwártigen Entwicklungsstandes und aktueller Problemstellungen Möglichkeiten einer Anknüpfung an Wundt oder der Gewinnung von heuristischen Einsichten aus Wundt zu eruieren. In diesem Zusammenhang sind u. a. zwei Gegenstandsbereiche zu nennen, die ihre historische Beziehung zu Wundt theoretisch refl ektieren: die kognitive Psychologie (a) und die zialpsychologie und cross-cultural psychology (b). a)Die Anknüpfung der kognitiven Psychologie an Wundt wird psychologiehistorisch háufig als Wiederaufnahme einer durch den Behaviorismus unterbrochenen Entwicklungslinie interpretiert und impliziert die Charakterisierung der Wundtschen Konzeption als einer mentalistischen ("BewufltseinsDsychologie"). Zu diskutieren ist hierbsi die Frage, erstens, ob die moderne kognitive Psychologie tatsáchlich ein neues Paradigma entwickelt hal oder lediglich ein altes Paradigma in modernisierter Form prásentiert; zweitens, ob bzw. inwieweit die moderne kognitive Psychologie die philosophisch begründeten theoretischen Grundannahmen Wundts explizit oder implizit mit übernimmt bzw. übemehmen kann (z. B. Stellungnahme zum Problem der Widerspiegelungsfunktion des Psychischen). b)lm Zusammenhang mit theoretischen und methodologischen Diskussionen in der neueren Sozialpsychologie und cross-cultural psychology gewinnt eine TJeubewertung der Wundtschen Völkerpsychologie, die infolge des dominanten Einflusses des experimentellen Ansatzes auf die historische Entwicklung der Psychologie lange Zeit nur wenig Beachtung fand, zunehmende Bedeutung. Dabei wird die Rückbesinnung auf die Wundtsche Völkerpsychologie verknüpft mit dem Postulat einer historischen Herangehensweise an die Untersuchung psychischer Phánomene, mit der Kritik eines individualistischen Axioms in der Psychologie und mit der Förderung nach Einbeziehung von sozial und historisch bestimmten Auűenvariablen in die psychologische Analyse, 3. Das "Syúiposium in memóriám Wilhelm Wundt" ist konzeptionell in drei Teile gegliedert: A.Theoretische, methodologische und methodische Probleme der Psychologie W. Wundts B.Wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung und '.Virkungen W. Wundts 9. Biográfische, institutionsgeschichtliche und Rezeptionsprobleme der Wundt-Porschung. Die Einordnung der Referate in diese Konzeption wird zu erláutern versucht.

Termékadatok

Cím: XXIInd International Congress of Psychology/XXIIe Congrés International de Psychologie/XXII. Internationel Kongress für Psychologie I-II. [antikvár]
Szerző: A. Metge , G. Eckardt , K. Danziger M. Vorwerg
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 210 mm x 300 mm
A. Metge művei
G. Eckardt művei
K. Danziger művei
M. Vorwerg művei
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