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Wildnis
Im Wachwerden fühlte ich einen sanften Stoß. Mit einer winzigen Bewegung drehte mir Michael das Gesicht zu und winkte wortlos mit den Augen hinüber zum anderen Ufer. Ein großes graues Tier rückte in mein Blickfeld, das leichtfüßig direkt auf uns zu lief. Leuchtend gelbe Augen huschten über uns hinweg. Er sah uns nicht! Der breite Kopf, die dunkle Zeichnung um die Nase, der kurze Schwanz - ein Wolf? Ich schluckte trocken, holte tief Luft und hob meinen Oberkörper um Zentimeter an. Verflucht! Mit einem einzigen Sprung war das Tier im Buschwerk verschwunden. Verdattert schauten wir uns an.
»Sag mal, das war doch kein Wolf?« stammelte Michael.
»Sah aber aus wie ein Wolf«, erwiderte ich.
»Das kann keiner gewesen sein, wir sind doch erst zwei Tage aus der Zivilisation raus!« staunte er. Ich sah ihm an, daß er noch verwirrter war als ich. Gemeinsam lauschten wir in die Stille.
»Der ist weg«, sagte ich. Außer dem quirligen Flußgeplät-scher war kein Laut zu hören.
»Verdammt ruhig hier«, fing Michael auf einmal an. »Schon komisch, daß man so gar keinen Lärm hört. « Gedankenverloren glitt sein Blick über die Wipfel der Fichten. Dann schüttelte er den Kopf und sah mich grinsend an: »In Manhattan ist jetzt der Teufel los.«
»Vergiß endlich New York!« murmelte ich. Mich beschäf-
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