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VORWORTVon dem Religiönsstifter Zarathustra sind uns 17 (oder wenn das letzte unecht ist: 16) Lieder erhalten. Diese Lieder bilden Kapitel 28-34 und 43-51 und (?) 53 des großen liturgischen Sammelbuches der Zarathustrier, das den Titel Yasna" trägt. Diese Gesänge sind in fünf Gruppen versdiiedenen Metrums angeordnet, die man Gäthäs Lieder" nennt. Die europäische Forschung bezeichnet mit Gäthä unkorrekt das einzelne Lied.iZarathustrier (oder Mazdaisten) gibt es heute noch etwa 100 000 in Bombay und in der Region nördlidi davon. Das sind die sogenannten Parsen, die nach 700 n. Chr. vor dem Islam ausgewichen sind und aus Persien nach Indien emigrierten. Sie bilden eine wohlhabende und stark europäisierte Gruppe. Daneben gibt es noch etwa 10 000 Zarathustrier (Gabr) in Persien in der Gegend von Yazd und Kerman.Wie die europäische Wissensdiaft feststellen konnte, ist die traditionelle Übersetzung der Lieder des Zarathustra, wie sie in der Überlieferung der Parsen bewahrt ist, äußerst schlecht. Kaum eine einzige Strophe ist auch nur annähernd richtig erfaßt. Die Kenntnis der Grammatik der Spradie dieser Lieder muß schon seit über tausend Jahren verlorengegangen sein. Die indogerma-nisdhe Sprachwissenschaft hat in über hundertjähriger Arbeit diese Lücke gefüllt und uns ein zutreffendes, in den Grundtatsachen unbestrittenes Bild von der Sprache Zarathustras erschlossen. Aber ein Rest ist geblieben, der durdh den Grammatiker nicht zu lösen ist: der verwickelte Satzbau gestattet noch immer (im Sinn oft erheblich abweichende) Alternativübersetzungen, und die feinere Bedeutungsbestimmung vieler Wörter und Termini mußte strittig bleiben, weil der Text nicht umfangreich genug ist, um sich ein^ Die korrekte Terminologie findet sidi hier in dem Beitrag von Mole und in dem Beitrag von Duchesne-Guillemin aus dem Numen.