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ZEICHEN UND SYMBOLE
Voller Zeichen und Symbole ist unsere Welt und unser Leben. Wenn wir nur Augen haben, um zu sehen, und Ohren, um zu hören, dann öffnen sie sich uns und fangen an zu sprechen, bereichernd und manchmal auch beängstigend. Die Vordergründigkeiten enthüllen ihre Geheimnisse, hintergründig und bisweilen auch abgründig.
Wenn unsere Evangelisch-Lutherische Kirche auch diesbezüglich ärmer ist als die römisch-katholische Schwesterkirche - ganz verarmt sind wir dennoch nicht. Da sind Kerzen und der Kelch, die Hostien und der Wein des heiligen Mahles. Da ist die Sprache der Bilder, eingestickt oder eingewebt in die Bekleidungen von Kanzel und Altar, eine Sprache freilich, die erst verdolmetscht werden muß, weil sie fremd geworden ist, mit Ausnahme vielleicht des Mono-grammes Christi. Da ist vor allem das Kreuz, das ökumenische Zeichen schlechthin, das alle Kirchen und Konfessionen weltweit verbindet.
Aber auch Menschen senden Zeichen aus - mit und ohne Worte, mit Blicken oder Gesten. Ein behinderter Mitmensch, ein Ausländer, eine schwangere Frau, ein Strafentlassener, ein spielendes Kind, ein Liebespärchen, ein Mensch in Trauerkleidung - sie und andere mehr sind Zeichen in Person. Wir bräuchten die Tugend der Aufmerksamkeit, um ihre Signale zu empfangen und unsererseits Zeichen der Liebe und der Hoffnung zu senden.
Unser ganzes alltägliches Leben kann seinen zeichenhaften Charakter entfalten, wenn uns das Selbstverständliche unselbstverständlich, das Gewöhnliche und Gewohnte außergewöhnlich und ungewohnt werden, wenn sich das Nahe verfremdet, um sich uns dann ganz neu wieder anzunähern. Die Kleinigkeiten des Alltags laden ein zur Meditation: ein Baum, eine Blume, ein Stein, die Sonne, die Wol-, ken, der Regen, eine Tür, ein Schlüssel, ein Weg. Nachden-
^ , »1 kenswert und nachdankenswert ist unsere Welt. Gottes
ji. j Schöpfung ist nicht stumm. Sie ist sehr beredt und voller
Wunder; sie lädt uns ein zum Staunen.
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