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Zeichnung und Aquarell in Ungarn [antikvár]

Dénes Pataky, Pataky Dénes

 
12.-18. JAHRHUNDERT Wir besitzen die Chronik der ungarischen Kunst nur in verstümmeltem Zustand. Die reich beschriebenen Blätter des Mittelalters wurden herausgerissen und die Kapitel des 16., 17. und 18. Jahrhunderts gar nicht erst geschrieben infolge der Türkenkriege und der unablässigen Kämpfe gegen die Herrschaft der Habsburger, die die Türken zwar vertrieben, aber dann ihren Platz einnahmen. Das von den Türken eroberte Gebiet drang wie ein Keil in das Herz des Landes ein, und gerade in den reichsten, zentral gelegenen Landesteilen...
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12.-18. JAHRHUNDERT Wir besitzen die Chronik der ungarischen Kunst nur in verstümmeltem Zustand. Die reich beschriebenen Blätter des Mittelalters wurden herausgerissen und die Kapitel des 16., 17. und 18. Jahrhunderts gar nicht erst geschrieben infolge der Türkenkriege und der unablässigen Kämpfe gegen die Herrschaft der Habsburger, die die Türken zwar vertrieben, aber dann ihren Platz einnahmen. Das von den Türken eroberte Gebiet drang wie ein Keil in das Herz des Landes ein, und gerade in den reichsten, zentral gelegenen Landesteilen wurden die Kunstdenkmäler der Vergangenheit mit Feuer und Schwert verwüstet, so daß nur das wenige auf uns überkommen ist, was in den von den Türken nicht besetzten Randgebieten erhalten gebheben war. Diese Gebiete gehören allerdings seit Ende des ersten Weltkrieges zu Österreich, zur Tschechoslowakei und zu Rumänien. Von den schweren Verwüstungen wurden die ohnehin wenig haltbaren, dem Untergang preisgegebenen Zeichnungen am stärksten betroffen. Zwischen den einzelnen vorhandenen Blättern der Chronik der ungarischen Zeichenkunst liegen Lücken, die Jahrhunderte bedeuten. Die hundertfünfzig Jahre währende türkische Besetzung zerstörte nicht nur das Land, das im Mittelalter in hoher Blüte gestanden hatte, sondern riß auch den hoch aufgeschossenen Baum der ungarischen Kunst aus und unterband für Jahrhunderte sozusagen jegliche künstlerische Tätigkeit. Im Schatten des Halbmondes, in dem Ungarn von Anfang des 16. bis Ende des 17. Jahrhunderts stand, fanden sich kaum ungarische Künstler, und die wenigen, die es gab, verließen fluchtartig das zum Schauplatz ständiger Kriegshandlungen gewordene Land. Eine selbständige ungarische Kunst hat es in dieser Zeit nicht gegeben, höchstens in den von den Türken nicht besetzten Landesteilen, in dem schmalen westlichen und nördlichen Streifen, der den Habsburgern unterworfen war, und im Fürstentum Siebenbürgen, das unter türkischer Oberherrschaft eine gewisse Selbständigkeit genoß. Doch auch hier beschränkte sich das Kunstschaffen auf die Befriedigung von Gelegenheitsbedürfnissen, es wurden Wappen, Altarbilder, Porträts oder Fahnen von lokalen Meistern gemalt. Ungarische Künstler übten ihre Kunst im Ausland aus und schlössen sich an das Kunststreben anderer Völker an. Nach der Beendigung der Kämpfe im 18. Jahrhundert besserte sich die Lage der ungarischen Kunst nicht wesentlich, und die stiefmütterlichen Verhältnisse im Lande zwangen die Künstler auch weiterhin, ins Ausland zu gehen. Dem Bedürfnis nach Kunst, das sich im Laufe des Jahrhunderts immer stärker fühlbar machte und zu dessen Befriedigung sich im Lande niemand fand - die im Ausland wirkenden ungarischen Maler und die weltlichen und kirchlichen Mäzene in der Heimat nahmen keine Verbindung miteinander auf -, wurde von ins Land gerufenen ausländischen Künstlern Genüge getan. Das Schaffen dieser Ausländer befruchtete indessen die ungarische Kunst nicht. Die Geschichte der ungarischen Kunst ergibt erst vom Anfang des 19. Jahrhunderts an eine zusammenhängende, ununterbrochene Folge. 5

Termékadatok

Cím: Zeichnung und Aquarell in Ungarn [antikvár]
Szerző: Dénes Pataky Pataky Dénes
Kiadó: Corvina
Kötés: Vászon
Méret: 270 mm x 240 mm
Dénes Pataky művei
Pataky Dénes művei
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