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VORBEMERKUNG
So wie die Religionsgeschichte nichts mit dem religiösen Erlebnis zu R i tun hat, so die Kunstgeschichte nichts mit dem Kunsterleben. Etwas aus seiner Zeit und seinen Bedingungen heraus zu verstehen suchen, oder sich einer Erscheinung ergriffen hingeben: das ist nicht dasselbe.
Neben die großen historischen Werke, die von der Vergangenheit der Künste handeln, stellt sich für kurze Zeit dieser kleine Abbildungsband, der ganz in unsere Gegenwart verfangen ist.
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Von den Denkmälern der Kunst ist vieles verlorengegangen; vieles ist verschüttet und wartet im Dunkel. Verschüttet ist ober nicht nur, was in der Erde ruht; auch manches, dos im offenen Lichte steht oder zwischen den Mauern der Museen, ist verschüttet, wenn wir es nicht mehr zu unserem Leben brauchen. „Polyklet aber langweilt mich"— diesen Satz fand ich in einem jüngst erschienenen Buch über die Kultur der Antike, und falls dieser Satz für eine neue Gelehrtengeneration spricht, sind dann die Werke der antiken Blüte nicht in Gefahr, verschüttet zu werden? Langweilen uns alle denn nicht die römischen Markorkopien nach griechischen Meisterwerken, diese rohen Inhaltsangaben, die von Winckelmann, Lessing und Goethe so bewundert wurden? Auch die Werke der Hochrenaissance drohen jetzt in das Dunkel zu versinken: man muß nur hören, was junge Maler vor Raffael oder Guido Reni sagen, und doch galten diese Meister vor fünfzig Jahren als die größten aller Zeiten. Wenn Raffael auch noch nicht verschüttet ist. Staub hat sich über seine monumentalen