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ERICH HECKELS ANFÁNGE
VON
PAUL F. SCHMIDT
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hat einen besonderen Reiz, heute auf ' die Anfánge einer Entwicklung zurück-zublicken, die zu ihrer Zeit im Dunkel blieben, into-—— HUtWH deren Tráger jetzt aber zu den anerkannten
Führern der lebenden Generation gehören, un-ter den jungen Künstlern Schule machen und von den Radikalen wiederum schon zu den Überwundenen gezahlt werden. Es steht gar keine Theorie dahinter, sondern nur die Tat-sache echter und guter Kunst; und davon zeu-TÍMHIVI 1 M Ü \ gen nicht nur die vielen Werke dieser Künst-
"( ' ^^K (Ufi\ "r f 1 l' 'er» sondern auch ihr sehr früh erkanntes und
ausgesprochenes Wollen, mit dem sie sich, die 1 anfangs so beiseite gedrückten Mitglieder von „Brücke", im Gegensatz zu dem herrschenden Impressionismus stellten: einfach gut, sach-lich, handwerklich gediegen und farbenrein zu ' malen und zu zeichnen, wie es bei den Deut-
schen des 15. Jahrhunderts der Fali war, ohne die kultivierten Kompliziertheiten und Künste-leien einer auf die Spitze getriebenen Ton- und Luftmaierei. Mit einem áhnlichen Feldgeschrei ist fast jeder revolutionare Umsturz in der Kunst eingeleitet worden, und mit Recht, und er hat zu einer Erneuerung des Sehens und Schaffens geführt; nicht zum wenigsten der hR'^Bi® Senau vor hundert Jahren einsetzende Sturm
"' -' der deutschen Romantiker gegen die abgewirt-
schaftete Überkultiviertheit des „Pseudoklassi-zismus", der entarteten Tochter des Rokoko. Und das Ganzé ist wiederum ein unwiderleg-barer Beweis dafür, daB die wahre Linie der Kunstentwicklung abseits des lauten Marktes gezogen wird und unerkannt von den Mafi-gebenden und UnmaBgeblichen der Kunst und Kritik. Heute ist es wirklich nicht schwer, einen Heckel oder Kirchner anzuerkennen und sogar einzuordnen. Bis in die ersten Kriegsjahre hinein aber, Hand aufs Herz: wer war es da auBer wenigen kunstempfindenden Laien, Museums-leuten und opfermutigen Kunsthandlern, der für die von „Brücke" seine Überzeugung einsetzte!
DaB wir heute allerdings schneller leben und einsehen, ja daB es in dem Streben, nicht hinter dem Neuesten zurückzubleiben, auffallend breite Volksschichten weit gebracht habén, ist nicht zu leugnen. Es ist aber auch nicht lange her, daB erst die groBe Jahrhundertschau in Berlin uns von der Existenz einer ganzlich unakademischen und nicht bekannten deutschen Kunst, gewissermaBen einer Unterströmung überzeugen muBte; und davon, daB diese groBe, unermeBlich reiche und herr-liche Unterströmung eigentlich die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts sei, die Königin, die sich
Erich Heckel, Holzschnitt, 1907
Zeitschrift fúr blldende Kunst. N. F. XXXI. H. 12
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