Bővebb ismertető
In diesen wenigen Texten, die nur um ein paar Themen kreisen — Apostolat und Propaganda, persönliche Berufung und Gehorsam, Entfaltung der Persönlichkeit und Selbstentäußerung, Wahrheit und Liebe —, finden sich geschichtlich gesehen einige der dringlichsten, gerade unserer Generation gestellten Fragen des religiösen Lebens. Die Lösung, die Yves de Montcheuil vorschlägt, wird nie auf der psychologischen Ebene gesucht, wo es so einfadi ist, Rezepte zu häufen, auch nicht im Bereich ethi-sdier Normen, die leicht zur Kasuistik führen, sondern es geht immer um eine Lehre, die unmittelbar mit den Mysterien des christlichen Dogmas verbunden ist.
Diese Züge sind kennzeichnend. Montcheuil hatte wenig Neigung zu psychologischen Analysen und aus Gründen der Diskretion noch weniger zu vertraulichen Bekenntnissen. Er achtete darauf, niemals denen, die er führte, seinen eigenen Willen aufzudrängen; deshalb faßte er keine Entschlüsse für andere und suchte fertig für sie ausgearbeitete Programme zu vermeiden. Aber wie kein anderer verstand er es, die religiösen Konsequenzen einer Entscheidung in einer bestimmten Situation zu entwik-keln, zu zeigen, ob sie mit den Forderungen des Evangeliums übereinstimmten oder nicht. So bereitete er den Weg und überließ es dann dem einzelnen, ihn auf seine Weise zu gehen. Er selbst war sich seiner Gaben wie seiner Grenzen bewußt: »Ich bin nicht für die gewöhnlichen Fälle da«, sagte er gern, »ich bin ein zur Beratung zugezogener Arzt.« Tatsächlich interessierte ihn die übliche Seelenführung nicht, bei der der Priester recht ofl bloßer Zeuge der Gewissenserforsciiung eines Menschen guten Willens ist, bei der er mehr zuhört als führt, mehr Mut macht als Klarheit schafft. Doch fühlte er sich zu Hilfe gerufen, wenn ein großherziger Mensch vor einer schwierigen Entscheidung