Bővebb ismertető
Einleitung
Das Zinn gehört zu den ältesten bekannten Metallen der Menschheitsgeschichte, das als Werkstoff sowohl im Osten als auch in Europa im Laufe der Jahrhunderte auf vielerlei Art und zu den verschiedensten Zwecken verwendet wurde. Infolge seiner günstigen Eigenschaften und seiner leichten Formbarkeit fand es allenthalben weiteste Verbreitung und wurde von den Zinngießern unter geringem Zusatz anderer Metalle zu einer ganzen Reihe von Gefäß- und Geschirrtypen verarbeitet.
Da die erhalten gebliebenen Zinngefäße in vielen Fällen noch altes Formgut wahren, kann man aus der Untersuchung ihrer Geschichte auch aufschlußreiche kulturgeschichtliche Lehren ziehen. Als leicht zu bearbeitendes und zu verzierendes Metall fand das Zinn zur Befriedigung der Alltagsbedürfnisse breiter Bevölkerungsschichten Verwendung. Die jeweihgen Gefäßformen ließen sich nicht nur den lokalen Geschmacksrichtungen und Ansprüchen, sondern auch den einander ablösenden Stilen der darstellenden Kunst rasch anpassen. In ihrem strukturellen Aufbau, ihrer Form und ihren Proportionen richteten sich die Zinngefäße vor allem nach den Gesetzen der Zweckmäßigkeit, kamen aber zugleich auch den Anforderungen an ein ästhetisch ansprechendes Äußeres nach. Unter Vermeidung alles Prunkhaften bestechen sie durch edle Einfachheit, zu der sich Gehalts- und Stimmtmgselemente gesellen. Wie vielleicht in keiner anderen Metallkunst spiegelt sich im Zinngeschirr bis zu den spätesten Zeiten das Standesbewußtsein des frühen Kunsthandwerks, zumal der Zinnguß zu jenen Gewerbezweigen zählte, die den täglichen Gebrauchsgegenständen bleibende Grundformen verliehen und diese auf künstlerische Ebene zu heben verstanden.
Im nachfolgenden wollen wir uns mit der Verwendung des Zinns im europäischen Kunsthandwerk sowie mit den in Ungarn hergestellten bzw. hier allgemein verbreiteten Gefäßtypen beschäftigen. Die Erzeugnisse der in Ungarn wirkenden Zinngießer fügen sich organisch in die Geschichte der europäischen Zinnkunst ein, und wenn sie infolge der örtlichen Gegebenheit auch nicht den hohen Stand