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VORWORT
Niemand weiß genau, was ein Manager ist. Die Rätselhaftigkeit dieses Mediums des modernen Kapitalismus macht einen Hauptteil der von ihm ausgehenden Faszination aus. In den vierziger Jahren kam die Theorie vom Mana-ger-System auf. Das Wort ist uralt, es kommt vom lateinischen manus = Hand. To manage heißt behandeln, handhaben. Und genau das tut der Manager nicht. Er benutzt seine Hand, wenn überhaupt, nur zur Unterschrift und um müde, abweisende Gesten zu machen, ein Winken, das besagt, »dazu habe ich heute wirklich keine Zeit«. Unklar ist, ob und womit der Manager arbeitet. Manche behaupten, er arbeite mit dem Kopf und mit dem Herzen. Mit er-sterem Organ organisiere er, mit zweitem reagiere er. Er arbeitet am Umsatz und am Herzinfarkt. Vielleicht ist unsere Zeit von keinem Beruf mehr charakterisiert als vom Manager. Bezeichnend ist, daß ihm die Firma meist nicht gehört, für die er arbeitet. Er bezieht zwar ein hohes Gehalt, aber es nützt ihm nichts, da er keine Zeit zum Prassen hat. Früher spielte man Kaiser, König, Bettelmann. Der Bettelmann war am unteren Ende der Skala, der Manager wäre noch eins tiefer. Er hat nichts, er ist nichts, er kann nichts, er weiß nichts, er ist kein Fachmann, er kann keinen Stecker reparieren. Aber er ist entscheidend, entscheidender als Politiker, weil er entscheidet. Man weiß nie, wann ein Mensch zum Manager mutiert. Es kommt ganz plötzlich. Auch der Tod eines Managers kommt meistens überraschend. Ein kurzes Herzflimmern und die Löschtaste wird gedrückt. Sofort tritt ein anderer Manager an die Stelle des alten. Man merkt den Unterschied höchstens an der Füllfedermarke. Manager kommen nicht in den Himmel, sie kommen auch nicht in die Hölle. Sie