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IN MEMÓRIÁM JOHN FITZGERALD KENNEDY
Mut ist die Tugend, die Präsident Kennedy am meisten bewunderte. Er sud\te nach den Menschen, die auf irgendeine Weise, ob auf dem Sdiladitfeld oder in der Baseball=Arena, ob in einer Rede oder im Kampf für eine gerechte Sache, bewiesen hatten, daß sie Mut hatten, daß sie nicht wanken würden und daß auf sie gezählt werden konnte.
Deshalb entsprach dieses Buch seiner Persönlichkeit und seinen Überzeugungen. Es ist eine Erörtenmg von Märmem, die auf die Gefahr hin, daß sie selbst, ihre Laufbahn imd sogar das Wohlergehen ihrer Kinder Schaden nehmen körmten, fest zu ihren Grundsätzen standen. Nach diesem Vorbild gestaltete er sein Leben. Und dies wiederum gab anderen Menschen Mut in Zeiten der Not.
Wie Andrew Jackson einmal sagte: »Ein einziger mutiger Marm ist allein schon eine Majorität.« Das ist die Strahlung, die von Präsident Kennedy auf andere Menschen ausging.
Präsident Kennedy wäre im Mai xg64 siebenundvierzig Jahre alt geworden. Die Hälfte der Zeit, die er auf Erden weilte, war er von starken körperlichen Schmerzen geplagt. Er hatte Scharlach, als er sehr jung war, und schwere Rückenleiden, als er älter wurde. Dazwischen hatte er fast jede andere erdenkliche Krankheit. Als wir zusammen aufwuchsen, pflegten wir darüber zu scherzen, welch großes iÜsiko eine Mücke auf sich nähme, wenn sie Jack Kennedy stäche — mit nur ein wenig seines Blutes müßte sie sidi unfehlbar tödlich vergiften. Er war lange Zeit nach dem Krieg im Marinelazarett zu Chelsea, hatte eine schwierige und schmerzhafte Rückenoperation im Jahre X955 und bestritt auf Krücken den Wahlkampf im Jahre 1958. Als wir im Jahre X95X eine Weltreise unternahmen, erkrankte er. Wir wurden ins Laza= rett auf Okinawa geflogen, und er bekam dort über 41 Grad Fie= ber. Man glaubte nicht, daß er am Leben bleiben würde.
In all diesen Jahren hörte ich ihn jedoch niemals klagen. Ich hörte ihn rüe auch nur andeuten, daß er sich von Gott ungerecht behandelt fühlte. Diejerügen, die ihn gut kannten, sahen, daß er Schmerzen hatte, nur daran, daß sein Gesicht etwas erblaßte, daß die Falten imi seine Augen sich etwas vertieften und daß seine Stimme etwas schärfer wurde. Diejenigen, die ihn nidit so genau kannten, nahmen gar nichts davon wahr.
Er beklagte sich rücht über sein Leiden, warum sollte ich da über die meinen jammern — dieses Gefühl überkam einen immer in seiner Gegenwart.
Wenn er gegen seine Krankheit anging, wenn er im iCriege kämpfte, wenn er für den Senat kandidierte, wenn er gegen mäch-