Bővebb ismertető
EINLEITUNGDie vorliegende Sammlung von Aufsätzen gilt einem Problemkreis, der zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten der Menschheitsgeschichte besondere Bedeutung gewann. Bei der Auswahl der aufzunehmenden Beiträge wurde von bestimmten, eingrenzenden Kriterien ausgegangen. Das Problem der Toleranz und Religionsfreiheit wird in den spezifischen Formen untersucht, die es in der europäischen Neuzeit annahm. Die Fragen eines religiösen Pluralismus außerhalb des vom europäischen Christentum geprägten Bereiches - so wichtig sie heute im Zeichen einer neuen interkontinentalen Ökumene der Weltreligionen und Weltkulturen geworden sind - mußten außer Betracht bleiben.1 Ebenso werden die Toleranzprobleme der christlichen Antike und des Mittelalters in dieser Auswahl nur gestreift, obwohl sie für die Ausarbeitung der Denkmuster und Verhaltensweisen, die bis weit in die Neuzeit wirkten, grundlegend waren.2 Andererseits ergab sidi die Frage einer zeitlichen Eingrenzung zur Gegenwart hin. Sollte etwa mit der Analyse der einschlägigen Fragen im 19. Jahrhundert innegehalten werden, wo mit dem prinzipiellen Sieg des kirchlich neutralen Rechtsstaates die Toleranzprobleme in ihrer klassischen Form aufzuhören scheinen? Hier wurde die Grenze weiter gezogen. Das Fortbestehen einer lebhaften Auseinandersetzung mit den Fragen um Toleranz und Religionsfreiheit im kirchlichen und staatlichen Bezugsrahmen der ersten und zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durfte nicht außer acht gelassen werden. Nicht nur die neuartigen Erfahrungen eines staatlichen Totalitarismus,1Siehe in der Bibliographie (S. 483 ff.) die Arbeiten von: Hacker, Hauer, Kiraly, Paret, Shaw, de Vries.2Von den folgenden Beiträgen greift die Studie von Roger Aubert, Das Problem der Religionsfreiheit in der Geschichte des Christentums (S. 422 ff.), am ausführlichsten auf Antike und Mittelalter zurück.