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Xis war im September, gegen sieben Uhr abends. Auf dem Ofner Berg klagten die Töne eines Tarogato. Es klang wie ein Abschiedslied an den scheidenden Sommer.An der Straßenecke stand ein junger Mann auf seinen Stock gestützt und hörte dem Spiel des Bläsers zu. Jetzt, da er schon fast am Ziele war, fühlte er gar kein Verlangen, zum Ehepaar Varga zum Tee zu gehen, unter viele fremde Menschen, denen er nicht das geringste zu sagen hatte. Derartige Bekanntschaften waren doch zu nichts anderem gut, als daß man vierzehn Tage später auf der Straßenbahn in Verlegenheit kommen konnte, ob man die gegenüber sitzende Dame, der man an so einem Teeabend flüchtig begegnet war, grüßen sollte oder nicht. Wenn man nicht grüßte, so war es ein Fehler, grüßte man aber, so war es noch schlimmer. Denn die Unterhaltvmg, die sich in solchen Fällen entspann, war doch nur eine Qual.Der junge Mann lauschte dem weichen Klang des Tarogato und dachte, um wieviel schöner es doch wäre, an diesem wundervollen Septemberabend durch die stillen Gäßchen Ofens zu schlendern.Den Fahrschein der Straßenbahn, den er noch in der Hand hielt, knüllte er zu einem Kügelchen, warf es in die Luft, um es dann mit dem Stock wie einen Schlagball weit weg zu schleudern.Dann kehrte er um, ging langsam die Gasse hinunter, in entgegengesetzter Richtung zur Wohnvmg des Doktor Varga. Vor der schwarzen Glasscheibe einer Apotheke blieb er stehen vmd richtete sich die Krawatte. Aufmerksam betrachtete er sein Gesicht.Aus diesem sommerlich gebräxmten Antlitz leuchteten scharf und heiter zwei blaugraue Augen. Kastanienbraimes Haar quoll in weichen Wellen unter dem breitkrempigen Filzhut hervor. Die ernsten Züge, die gerade Nase, der scharfgeschnittene Mund, der einen verschlossenen Charakter verriet, und die stolze Kopfhaltung machten schon auf den ersten Blick einen angenehmen und gewinnenden Eindruck. Einige Augenblicke stand er, in sein Spiegelbild versimken, dann ging er gelangweilt weiter.