Bővebb ismertető
Vorwort
Norbert Leser feiert am 31. Mai 1993 seinen 60. Geburtstag. Er hat, wie kaum ein anderer österreichischer Gelehrter, die beiden großen, das politische Leben der Ersten und Zweiten Republik prägenden Strömungen in zahlreichen Schriften und Vorträgen im In- und Ausland gewürdigt und vor allem miteinander zu versöhnen versucht. Mit einiger Berechtigung wurde der Jubilar daher einmal als „Kreuzungspunkt der österreichischen Geistesgeschichte" und ein anderes Mal — in Anlehnung an den Titel seines bekannten zweibändigen Werkes —als „Grenzgänger" zwischen den Parteien bezeichnet. Das wissenschaftliche Werk Norbert Lesers erstreckt sich über ein weites Gebiet, das von der Politikwissenschaft über die Zeit- und Geistesgeschichte — Leser gilt als führender Historiker des Austromarxismus und der Sozialdemokratie — bis zur Rechts- und Sozialphilosophie reicht. Die im Jahre 1983 erschienene und über 500 Arbeiten umfassende Bibliographie sowie ihre am Ende der vorliegenden Festschrift veröffentlichte Ergänzung geben ein beredtes Zeugnis über die überaus rege und breit gestreute wissenschaftliche Tätigkeit des Jubilars ab. Die von Freunden, Weggefährten, Mitarbeitern, einer Kollegin und Kollegen verfaßten und Norbert Leser herzlich gewidmeten Beiträge in dieser Festschrift spiegeln das große wissenschaftliche Spektrum des Jubilars wider.
Über die Person Norbert Lesers wurde schon manches geschrieben, doch kaum jemand hat den Jubilar eingehender und umfassender gewürdigt als vor zehn Jahren Friedrich Heer in einem Beitrag in den „Pen-Informationen" mit dem Titel „Ein Denker der Koexistenz". Diesem Gelehrten der österreichischen Geistes- und Kulturgeschichte fühlt sich Norbert Leser auch persönlich und in seiner wissenschaftlichen Arbeit in besonderer Weise verbunden, weshalb im Anschluß an dieses Vorwort ein Ausschnitt aus dieser Würdigung wiedergegeben wird.
Zuvor gratulieren wir A/oröerf Leser herzlich zu seinem 60. Geburtstag und wollen nicht versäumen, ihm für seine künftige Arbeit weiterhin so viel Erfolg wie bisher zu wünschen.
Wien, im Mai 1993
Die Herausgeber