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VORWORT
Die Darstellung des Lebens und die Behandlung der Werke der großen Dichter und Schriftsteller unserer Nationalliteratur sind ein wichtiger Beitrag sowohl für die deutschkundliche Bildung als auch für die humanistische und sozialistische Erziehung unserer Jugend, unseres Volkes. Die Geisteswelt des 18. Jahrhunderts, entstanden in schweren Kämpfen und Auseinandersetzungen mit der ideologischen und politischen Reaktion, ist Ausgang und auch Grundlage für die Entwicklung der neueren Literatur, Philosophie und Ökonomie geworden. Nach schöpferischer Verarbeitung der ausländischen Vorbilder auf der Grundlage des Emanzipationskampfes des Bürgertums, der Aufklärungsbewegung, erhob sich die deutsche Literatur mit Lessing, Herder, Goethe und Schiller zu ihrer klassischen Blüte. Ihre Dichtungen und die mit ihr verbundene Herausbildung einer deutschen Nationalliteratur haben außerordentliche Bedeutung für die Entwicklung unseres Nationalbewußtseins gehabt und machen sie bis heute zu einem unersetzlichen Kraftquell im Ringen unseres Volkes um eine glückliche und friedliche deutsche Zukunft.
Die Auffassung, die unserer Darlegung der deutschen Literatur im Zeitalter der Aufklärung zugrunde liegt und die sich (auch aus technischen Gründen) ergebende Unterteilung in vier selbständige Bände („Aufklärung", „Sturm und Drang", „Klassik", „Zwischen Klassik und Romantik"), von denen der Band „Zwischen Klassik und Romantik" hiermit vorgelegt wird, zeigen, daß diese Literaturepoche unter einheitlichen Gesichtspunkten zu sehen ist. Auch die Werke Friedrich Hölderlins, Jean Pauls und Heinrich von Kleists, die in ihrer geistigen Grundhaltung und in ihrem künstlerischen Formstreben zwischen der deutschen Klassik und der Romantik stehen, wurzeln ideologiegeschichtlich in der deutschen Aufklärung und zeigen unverkennbar bürgerlich-progressive Züge sowie starke realistische Gestaltungselemente; andererseits finden sich bei ihnen bereits romantische Tendenzen. In dem Einführungskapitel zu diesem Band wurde versucht, auf die Problematik der literarhistorischen Zuordnung einzugehen.
Das vorliegende Buch ist der Versuch einer — soweit möglich — systematisch verarbeiteten Darstellung, einer durch neu geschriebene Beiträge wesentlich ergänzten Zusammenstellung verstreuter und oftmals schwer zugänglicher wissenschaftlicher Arbeiten und Abhandlungen über Hölderlin, Jean Paul und Kleist. Das Buch soll allen, die sich allgemein für