Bővebb ismertető
ERSTES KAPITEL
I
Zum erstenmal erblickte ich Wilhelm Haba, als meine Schüler in der zweiten Klasse der Handelsschule Mazura eine italienische Arbeit schrieben. Seltsam daran war, daß sein Name wohl noch ein Weilchen früher in meinem Sinn aufgetaucht war als er selbst. Wilhelm Haba, wiederholte ich und beobachtete gespannt, wie er durch das zwielichtige Dunkel unter den Linden sich näherte, durch deren noch belaubte Kronen nur ganz schwach das Licht der elektrischen Straßenlampen drang, die auf hohen Latemenpfählen schwebten.
Wilhelm Haba.
Bei diesem Namen tauchte in Gedanken ein Mann vor mir auf mit kräftigem Unterkiefer, dem festen Fundament des mächtigen Kopfes; der Vorname Wilhelm ließ vor meinem geistigen Auge ein scharfes Profil mit gerader Nase erstehen, die nur zwischen Nasenwurzel und Stirn ein Grübchen aufwies. Aus der Verbindung der beiden Namen erwuchs ein Mann, der sich seines Zieles bewußt und zugleich von Unrast getrieben war. Ich wartete begierig auf die Stunde, in der ich ihm würde ins Gesicht schauen können.
Die Spitze der Sankt-Adalbert-Kirche stach neugierig in den blauen Himmel, eine träge Sonne ruhte behaglich in den Armen des kleinen Platzes, ich vernahm das Gezänk der Spatzen auf dem Fenstersims und die Stimmen der Jungen, die neben einer mit Plakaten beklebten Hausmauer einem Fußball aus Lumpen nachliefen. Es war bald fünf Uhr nachmittags, das Leben rings um mich pulste laut und lebhaft. Das Papier knirschte unter den eifrigen Federstrichen von siebenunddreißig Schülern, die Bänke knarrten, ein Wispern irrte durch den Klassenraum. Sie schrieben ab, wie stets in meinen Stunden. Was hatte der sanfte Maiennachmittag mit jener windigen Oktobernacht gemein? Sie lagen so weit auseinander, daß sie sich gegenseitig nicht stören konnten. Auf der Insel brauste der Wind durch die Kronen der Bäume, die heruntergewehten Blätter rollten raschelnd über den Boden und überflügelten den sich nahenden
S