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Einleitun g
Die einzelnen Kapitel der vorgelegten Publikation entstanden im Rahmen eines Projektes, das die Kartierung des allmählichen Übergangs des Modemismus in den Postmodemismus umfaßt. Die ganze Problematik beschränkt sich vor allem auf die Prosa, obwohl sie auch andere Kunstkreise, ja auch philosophische Fragen berührt, die mit bestimmten Zeitabschnitten des XX. Jh. zusammenhängen.
Die Entstehung des Modernismus umgrenzen wir in der Prosa so, wie ihn der holländische Theoretiker Douwe W. Fokkema erarbeitet hat, nach welchem seine Anfänge in den Jahren um 1910 anzunehmen sind. Damals wartete auf das Erscheinen bereits der Dubliner von J. Joyce, Thomas Mann hatte schon seinen Tonio Kröger veröffentlicht (1903), ein Werk, das seinen Zauberberg signalisiert und ihn zugleich auch antizipiert (1924). Unmittelbar vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs erscheint der 1. Teil von M. Proust Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913) und A. Gide schreibt Die Verliese des Vatikans (1914), aber auch schon Robert Musil hat sein Erstlingswerk unter dem Namen Die Verwirrungen des Zöglings Törless veröffentlicht (1906), das er angeblich als 26jähriger aus „Langeweile" schuf.
Das Thema für diesen Roman schöpfte er gerade aus dem Zeitabschnitt, als er die Militärschule in Hranice in Mähren besuchte. Freilich knüpft sich an das ehemalige tschecho-slowakische Gebiet nicht bloß das Schaffen R. Musils, sondern auch das Lebenswerk Franz Kafkas. Der Modemismus entfaltete sich also auch im Milieu, das jedem Kenner der Kultur und Kunst im mitteleuropäischen Raum vertraut ist, ja auch dies oder jenes über die Zeit weiß, die in die erste große Kriegskatastrophe ausmündete. Er weiß es teils aus der Literatur, teils auch aus Tradition, die auch im Rahmen der Familien aufgrund mündlicher Weitergabe existiert.
Trotz dieser Tatsachen zieht uns mehr die Problematik der Entstehung des Postmodernismus an, bzw. die Identifikation spezieller Züge, die ihn in zwei Richtungen definieren: 1. der Modernismus ist als Fortsetzung des vorangehenden Zeitabschnittes in neuer historischer Zeit auffaßbar; 2. den Modernismus kann man als eine gewisse Verschiebung verstehen, ja auch als eine Wegneigung vom Modemismus, und zwar nicht nur im Rahmen der Literatur (Prosa), sondern auch in der Einstellungsmodalität der Einzelperson und im Lebensstil der Menschen.
Die Problematik, die den zweiten Punkt betrifft, versuchten wir in