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VORWORT Hier ist die Ceschichte eines Lebens, das bis zum Rande gefüllt war mit Musik. Ware es meine Musik gewesen, Musik von mir geschaffen, ich glaube, ich hatte dieses Buch nicht geschrieben - die tönende Autobiographie würde meinem Bedürfnis nach Mitteilung genügt habén. Aber ich ha.be nur die Musik anderer zum Erklingen gebracht, ich war ein >Nachschaffender<. Und wenn auch durch den geheimnisvollen Akt der Einswerdung mit dem Werk, der das Kritérium nachschöpferischer Begabung ist, die Musik des andern jedesmal zu meinem eigenen Seelenbekenntnis geworden ist, hat mir doch das Schicksal auferlegt, die aufbrennende Lebendigkeit meiner Kunst immer wieder mit ihrem Verlöschen zu büfien, die hohen musikalischen Wonnen meines Lebens mit ihrer Verganglichkeit zu bezahlen. Daher hat es mich gedrangt, den Text zu meinem verklingenden Lied von der Erde niederzuschreiben, um mein Erdenleben selbst vor dem Verklingen zu bewahren. Nach langer Lebenswanderung wurde mir plötzlich danach zu Mut, stehen zu bleiben und den Blick, der stets vorwdrts gerichtet warr zurück zu wenden, meinen VJeg zu betrachten. Und so entschlofl ich mich als Achtundsechzigjahriger zu einem Ruhejahr, um mich zu erinnern, zu prüfen und mein Leben zu erzahlen. Ich wollte es mir selbst erzahlen, um Klarheit darüber zu gewinnen, das Erreichte mit dem Geplanten und Gehofften zu vergleichen, mein Altér meiner Jugend gegenüberzustellen, aus den zahllosen Variationen meiner Lebenserfahrungen mich selbst als deren Thema zu erkennen. Ich spreche in meiner Erzahlung aber auch zu den Freunden meiner Kunst, die mich bisher nur aus meinem Musizieren kannten - ich wollte ihnen für ihre ermutigende Weggenossenschaft danken, indem ich ihnen mein Herz eröjfnete, so gut es mir mit dem Wort gelingen konnte. Und auch an weitere Kreise dachte ich im Verlauf meiner Arbeit, denn mir schien, dafí die Odyssee meines Lebens, die sich da vor meinem Altersblick objektiviert entrollte, als menschliches Dokument von allgemeinerem Interesse sein würde.