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Bischöfliches Geleitwort
Die Psalmen waren einst das Gebet- und Gesangbuch der Kirche des Alten Bundes und sind als solches von der Kirche des Neuen Bundes, die hierin dem Beispiele des Herrn [Mt 26,30; Mk 14,26] und der Mahnung des Apostels [Eph j, 19; Kol 3,16] folgte, übernommen worden. Die Rolle, die sie in der kirchlichen Liturgie spielen, ist eine hochbedeutsame. Man wird schwerlich einen auch noch so unscheinbaren Ritus finden, der nicht den einen oder anderen Psalm aufwiese oder wenigstens mit einzelnen Versen in der Form von Versikeln ausgestattet wäre. Vor allem aber ist es das kirchliche Stundengebet, dessen Kern das Psalterium bildet.
Die Hochschätzung der Psalmen durch die Kirche gründet sich zunächst auf die Inspiration, die diese Lieder vor allen anderen Gebeten und Dichtungen auszeichnet, dann aber auch auf den tatsächlichen Inhalt. Leider war dieser Inhalt dem durchschnittlichen Psalmenbeter bisher nur schwer zugänglich wegen der mangelhaften und auch sprachlich schwer verständlichen lateinischen Übersetzung, die in den liturgischen Büchern gebraucht wurde. Es ist eine von den Großtaten Pius' XII., daß er diesen zwar durch jahrhundertelangen Gebrauch geheiligten, aber das inhaltliche Verständnis zumal dem modernen Menschen ungemein erschwerenden Text durch eine neue, auf der Grundlage der heutigen wissenschaftlichen Forschung erstellte, in ein leicht verständliches Latein gekleidete ersetzt