Bővebb ismertető
Béla Bartók (1881-1945) hat sein Orchesterwerk Zwei Bildnisse 1907, im Alter von 26 Jahren beendet. Von den grösseren Werken Bartóks ist dieses das erste, in welchem der originelle revolutionäre Ton seiner Kunst bereits klar, scharf und fast vollendet erklingt. Die im dreifachen Feuer der Diatonik, Chromatik und Pentatonik gestählte Melodie, die neue, kühne, aber in der Melodieführung stets logische Polyphonie, die ausgeweiteten Grenzen der Harmonie, die feine, empfindsame oder auch reissend-pulsierende, dröhnende Rhythmik sind Eigenschaften, die auch die Zwei Bildnisse kennzeichnen. Von verschiedenen Einflüsseh kann hier nur mehr dann und in dem Sinne gesprochen werden, wenn wir feststellen, dass die aus der Vergangenheit aufgesogenen Elemente in Bartóks Persönlichkeit bereits verschmolzen und organisch geworden sind. Der Glanz dieser Persönlichkeit wird dadurch nicht im mindesten verdunkelt, dass das Ideale Bildnis eine ferne Verwandtschaft mit der Atmosphäre des Tristan aufweist, oder dass der in beiden Bildnissen identische Themenkern eine Idee darstellt, die auch vor Bartók in der Phantasie mehrerer Tondichter aufgetaucht ist. In der Gegenüberstellung des idealen und des grotesken Bildnisses, eines und desselben Themas in gegensätzlicher Formulierung war zweifellos Liszt Bartóks grösster Lehrmeister. Die Faust-Symphonie ist auch in dieser Beziehung eine Vorgängerin und Quelle Bartók'scher Kunst. Und nicht nur in dieser Beziehung. Es ist unmöglich, zwischen dem teuflischen Hohngelächter, den grausamen, beizenden Rhythmen und Harmonien des Mephistopheles einerseits und der dämonischen Kraft der charakteristisch Bartók'schen Tanzsätze andererseits, das Verhältnis von Vater und Sohn nicht zu erkennen. Dieser Ton erklingt vielleicht zum ersten Mal im Lebenswerk Bartóks im zweiten der Zwei Bildnisse, im Grotesken Bildnis. Derselbe thematische Kern in verschiedenen Sätzen! Hier greift Bartók nicht das letztemal zu dem Konstruktionsmittel, das die Konzentriertheit und innere Einheit des Werkes so heiss, ja glühend stählt. Wir müssen aus der Reihe derk späteren grossen Werke in erster Linie auf das VI. Streichquartett und hauptsächlich auf das Violinkonzert hinweisen. Letzteres ist durch mehrere feine und verborgene Fäden mit den Zwei Bildnissen verbunden. Im Idealen Bildnis begegnen wir zwei charakteristischen, öfter wiederkehrenden melodischen Einfällen. Der eine ist die breit entwickelte Hauptmelodie, der zweite ein