Bővebb ismertető
Das vornehm-bürgerliche Heim. Was den Menschen umgibt, wirkt nicht alléin auf ihn, er wirkt auch wieder zurück auf selbiges, und indem er sich modifizieren lágt, modifiziert er wieder rings um sich her. So lassen Kleider und Hausrat eines Mannes sicher auf dessen Charakter schliegen. Die Natúr bildet den Menschen, er bildet sich um, und diese Umbildung ist doch wieder natürlich; er, der sich in die grogé weite Welt gesetzt sieht, umzáumt, ummauert sich eine kleine drein und staffiert sie aus nach seinem Bilde. - Stand und Umstánde mögen immer das, was den Menschen umgeben mug, bestimmen, aber die Art, womit er sich bestimmen lágt, ist höchst bedeutend. Er kann sich gleichgültig einrichten wie andere seinesgleichen, weil es sich nun einmal so schickt; diese Gleichgültigkeit kann bis zur Nachlássigkeit gehen. Ebenso kann man Pünktlichkeit und Eifer darinnen gemerken, auch ob er vorgreift, und sich der náchsten Stufe über ihm gleichzustellen sucht, oder ob er - welches freilich höchst selten ist - eine Stufe zurückzuweichen scheint goethe. * * * Sollten wir - nach dieser Erkenntnis - nicht bewugt darnach streben, uns nur mit erwáhlt guten Dingen zu umgeben, damit unsere Wohnungen und unsere Möbel nicht als stumme Ankláger gegen uns auftreten? - Es ist nicht so sehr eine Frage der Mittel, als vielmehr eine Frage liebevollen Eingehens, sorgsamster Prüfung und genauester Überlegung, die das künstlerisch wertvolle Heim scheidet von jener aus nachlássiger Gleichgültigkeit uns umgebenden Wohnung, die Goethe tadelt. Nicht der Geldbeutel, sondern die Gesinnung schafft Wertunterschiede. Die kostbarste Wohnung kann durch die Verwendung irgend einer minderwertigen Reproduktion, womöglich in pro^igem Goldrahmen, hinabsinken zu einem beschámenden Armutszeugnis für ihren Besifcer, wáhrend ein einfaches Heim, das nicht mehr scheinen will als es ist, das schlichte edle Gestaltung zeigt, mit hoher Schönheit und Wohniichkeit begnadet sein kann. Als höchstes Ziel ist schlieglich zu fordern, dag Persönlichkeit und Wohnung eine Einheit bilden, dag die Wohnung, als erweitertes Kleid und Spiegelbild der Seele, sich in ihrer Gestaltung dem Charakter ihres Besitjers anpagt. Fremde wird man natürlich nicht sofort in alle Heimlichkeiten einweihen; so ist es gegeben, dag Hal len und Empfangsráume etwas zurückhaltender, kühler zu gestalten sind, als Wohn- und Arbeitszimmer. Eine abwartende Gemessenheit, eine gewisse gesellschaftliche Haltung ist hier am PlaL; auch eine kühl-vornehme Festlichkeit mag angebracht sein. Anders ist es schon mit der Wohndiele. Hier soll der ganze Zauber, den das Haus zu entfalten vermag, hier soll sich alle Behaglichkeit vereinen und anheimelnd zum Verweilen einladen. Warmgetönte Holztáfelung, gebrauchstüchtige Gegenstánde, auch ererbte Stüdce sollen Gediegenheit und sicheren Besi^ verkünden. Dem Plafc am gastlichen Kamin oder an der Ofenbank um den máchtigen Kachelöfen ist hier die grőfjte Beachtung zu schenken. An Stelle der Wohndiele tritt in bescheideneren Verháltnissen das Empfangs- und Wohnzimmer, das meist gleichzeitig Damenzimmer oder auch Musikraum sein kann. Im Damenzimmer, das nicht mehr als unentbehrlicher Nufcraum angesprochen werden kann, wird man den Hauptton der Einrichtung auf bequeme, leicht gefállige Formen der