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In der Brotfabrik erfährt Kai, wie Brötchen hergestellt werden. An jedem Wochentag:
Eine halbe Million
»Friedrich Sieben - bitte melden. Zentrale ruft Friedrich Sieben!« Es knackt in der Leitung. »Hier Friedrich Sieben. Ich höre.« Wieder knackt es. »240 an Holiday Inn -160 an Kaufhof-Restaurant. Verstanden?« Knack. »Bin doch nicht schwerhörig. Klar, habe verstanden. Servus.«
Michael lacht und steckt seinen Zeigefinger ins Ohr. »Der Fritz hat eine Stimme, mit der kann er die Känguruhs in Australien wecken.« Michael gibt Gas und jongliert den VW-Bus mit 15 000 Semmeln durch das Verkehrsgewühl. Jetzt weißt Du bestimmt schon, was los ist: Ich fahre mit Michael im Friedrich Sieben eine Tour. Michael ist Verkaufsfahrer bei der Firma »Müller-Brot« und Friedrich Sieben ist der Codename für sein Auto. Michaels Auto hat nämlich eine Funkausrüstung. Über Funk ruft ihn die Zentrale von Müller und gibt Bestellungen weiter - von Gasthäusern, Hotels und allen Geschäften, die plötzlich noch mehr Schrippen, Semmeln, Bröt-
chen oder Wecken brauchen. Die Dinger heißen überall anders. Ich bin aus Berlin, und bei uns sagt man Schrippe zum Brötchen. Die Bayern sagen Semmel zur Schrippe und in Württemberg sagen sie Wek-ken. »Was schreibst Du denn da?« fragt Michael und schielt auf meinen Block. »Ach, nichts Besonderes. Sag mal, wieviel Bröt . . . ehm Sch . . . Semmeln backt Ihr denn am Tag?« »Das kannst Du Dir selber ausrechnen. Also, in einer Stunde schmeißt die Maschine 58000 Semmeln. Drei Uhr früh geht's los bis elf Uhr. Wie viele das am Tag sind, hab' ich noch nie ausgerechnet.«
»464000 Stück in acht Stunden!« Doof bin ich ja nicht. Michael pfeift durch die Zähne. »Ganz schön, was?« Und ein bißchen stolz ist Michael auf seine Firma auch: »Ob Du das glaubst oder nicht. Wir haben die größte Semmelfabrikation der Welt. - Achtung! Scharfe Kurve!« Michael zieht nach links und bremst. Wir sind da.
(Kai berichtet weiter auf Seite 10)
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