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EINLEITUNG
Mode! Die Art, sich zu kleiden! Der «dernier cri»! Für die einen sind das Zauberworte, für die andern ist es das rote Tuch, für die einen Lebensinhalt, für die andern ein Machwerk des Teufels. So war es schon früher, so ist es heute, und so wird es auch in Zukunft sein. Jeder Modewechsel hat Stürme der Begeisterung oder der Entrüstung hervorgerufen. Man hat wahr-scheinHch im Altertum gerade so leidenschafthch über den Chiton und Himation diskutiert wie in den Biedermeiersalons von 1839 über die neue Krinoline und in den Bars von 1942 über die Swinghüte und Korksohlenschuhe. Und jedesmal gab es Leute, die den Kopf schüttelten und vorwurfsvoll ausriefen: «Kein Wunder, dass es mit der Menschheit bergab geht bei einer solchen Mode!» Sie machen die Mode verantwortHch für alles Übel. Sie sehen in ihr nichts anderes als die Ausgeburt einer frivolen, verspielten Phantasie, etwas Unnützes, Verdammenswürdiges.
Sie vergessen aber, dass die Mode in Wirklichkeit viel mehr ist, nämlich ein lebendiges Spiegelbild einer Kultur, einer Epoche oder eines Landes. Es besteht fast immer ein Zusammenhang zwischen der Kleidung und der Architektur und Möbelkunst eines Zeitalters. Der Faltenwurf eines griechischen Gewandes ist genau so edel und klar wie die Linien eines antiken Tempels. Die liebenswürdig üppigen Rubensfiguren passen nicht in eine gotische Kathedrale, während anderseits die schmalen, langen Gestalten des Mittelalters in einer Barockumgebung aus dem Rahmen fallen würden. Alle Versuche, eine Kleidung zu schaffen, welche dem Stilemp-