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VorxoortD as vorliegende Buch beschreibt die Geschichte des europäischen Kostüms. Darunter werden im wesentlichen die aus einer Verschmelzung antiker und germanischer Elemente hervorgehenden Kleidungsformen Mittel- und Westeuropas verstanden, die sich unter vielfältigen Wandlungen bis zur Neuzeit hin über immer weitere Länder verbreiteten und schließlich auch in vielen überseeischen Ländern üblich wurden. Im folgenden wird versucht, einen historischen Abriß zu geben und gleichzeitig die gesellschaftlichen Ursachen dieser Entwicklung aufzuzeigen, das heißt, die Geschichte des Kostüms in unmittelbarer oder mittelbarer Abhängigkeit von der allgemeinen historischen Entwicklung derjenigen Länder und sozialen Schichten zu sehen, die das kulturelle Gesicht einer Epoche maßgeblich bestimmten.Daher steht bis an die Schwelle der Neuzeit im wesentlichen die Kleidung einer modisch tonangebenden Minderheit der jeweils lebenden Bevölkerung im Mittelpunkt unserer Betrachtungen, die um so umfassender werden, je mehr es den breiten Volksmassen gelingt, am gesellschaftlichen und modischen Leben teilzunehmen.Die Geschichte der Kleidung ist so alt wie die Geschichte der menschlichen Kultur. Als durch die ersten Arbeitsprozesse der entscheidende Schritt vom Tierzustand zur Menschwerdung vollzogen war, als der Mensch einfache Geräte herstellte und das Feuer entfachte, ging er bald dazu über, sich Kleidung zu schaffen. Er unterschied sich damit auch äußerlich vom Tier; denn das Tier ist wohl fähig, sich eine mitunter recht kunstvolle Wohnung zu bauen, produziert aber niemals auch nur die primitivste Form einer Kleidung. Die älteste Kleidung bestand aus dem Fell erlegter Tiere oder aus Blättern, Binsen und Basten. Schon sehr früh begann der Mensch, diese von der Natur gelieferten Materialien künstlich zu bearbeiten. Mit der fortschreitenden Entwicklung und der immer differenzierteren Arbeitsteilung wurde es dem Menschen, möglich, größere Sorgfalt auf seine Kleidung zu verwenden. Schon 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung verstanden es die Ägypter, Wollfilze herzustellen. Die ägyptischen Mumien etwa 4000 bis 5000 Jahre alt sind bereits in Leinentücher, das heißt in richtige Gewebe, gewickelt. In Asien war zu dieser Zeit die Herstellung von Stoffen ebenfalls bekannt. Auch in Europa sind schon aus der Jungsteinzeit Gewebe nachweisbar, ist also die Kenntnis des Webens vorauszusetzen.