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WeinNoah war der erste WinzerWohl niemals werden wir erfahren, wer als erster die Köstlichkeit des Weines erkannte. Die Nachrichten über den gegorenen Rebensaft reichen bis zu den fernsten Grenzen der historischen Zeit und veriaufen darüber hinaus in die Dämmerung der Mythe.Vor dem Wein noch war der Weinstock. Und dessen Entstehung erklärt die griechische Sage wie folgt: Dionysos, der Sohn des Zeus und der Prinzessin Semele, wurde eines Tages mitten in seinen unschuldigen Spielen von den Titanen, den Götterfeinden, überrascht und lebendigen Leibes zerrissen. Seine Glieder wurden weithin verstreut. Aber Athene, die Göttin der Weisheit, fand das noch schlagende Herz. Sie ergriff es mit beiden Händen, und aus dem Herzen entsproß der Weinstock, der ewig lebende Baum. Dionysos wurde so zum Gott des Weines, und alljährlich, zur Zeit der Weinlese, feierten die Griechen die Feste der Dionysien. Die Römer übernahmen Dionysos als Bacchus in ihre Götterwelt. Die Dionysien steigerten sie zu orgiastischen Bacchanalien, die bald so ausarteten, daß sie der Senat im Jahre 186 v. Chr. verbot.Nach Griechenland kam der Weinbau um die Mitte des 2. vorchristlichen Jahrtausends. Seefahrer brachten die Rebe von der Südküste des Kaspischen Meeres. Und dort, in Persien, soll der Wein entdeckt worden sein, so behauptet wenigsten eine hübsche, kleine Legende: Zur Zeit des Königs Dschemschid (um 2100 v. Chr.) war der frische Traubensaft seit langem bekannt und hochgeschätzt. Aber die Trauben, aus denen der Saft gepreßt wurde, hielten sich nicht lange. Wenn der Winterkam, waren sie verdorben. Da sich der König gern auch im Winter und Frühjahr an dem stärkenden Getränk erfreut hätte, befahl er, den ausgepreßten Saft in einen Krug zu füllen, den Krug zu verschließen und ihm diesen täglich vors Angesicht zu bringen, damit er den Saft probiere. Eines Tages aber war der Traubensaft bitter. Schade, dachte Dschemschid, nun ist er zu Gift geworden, und ließ das Gefäß wieder verschließen und wegstellen. So stand der giftige Saft lange Zeit unberührt in einer abgelegenen Ecke des Palastes, bis eine der schönen Sklavinnen, die an unsäglichem Kopfschmerz litt, in ihrer Verzweiflung aus dem Leben scheiden wollte. Sie griff zu dem Gift-Krug und trank davon. Doch der herbeigesehnte Tod blieb aus. Der Kopfschmerz verschwand, die Sklavin wurde froh und heiter. Schließlich schlief sie ein, und als sie am nächsten Morgen erwachte, war sie gesund. Der König erfuhr von der wunderbaren Wirkung, kostete von dem Rest des verwandelten Getränks und brach in freudiges Entzücken aus. Er befahl seinem Volke, nach der nächsten Lese gegorenen Wein zu bereiten.Eine amüsante Geschichte, nur leider historisch nicht belegt. Außerdem kannten Sumerer und Ägypter gegorenen Wein schon um 3500 V. Chr. Und Noah, der aus der Sintflut gerettete Vater der neuen Menschheit, begann - so berichtet die Bibel - gleich nach der Landung der Arche Weinberge zu pflanzen, um mit Hilfe des Lebenselixiers Wein sein Alter auf 950 Jahre auszudehnen. Ob und wann Noah gelebt hat, können wir wissenschaftlich nicht beweisen, aber wir wissen, daß um 3700 v. Chr. in Mesopotamien eine11