Bővebb ismertető
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Liebe Leserin,
alle an diesem Buch Beteiligten haben sich bemüht, die Forderungen zu erfüllen, die an ein modernes Handarbeitsbuch gestellt werden: Es soll thematisch zeitgemäß sein und alle wirklich überholten Handarbeitstechniken fortlassen. Erfreulicherweise muß man nur von wenigen Handarbeitstechniken sagen, daß sie endgültig veraltet sind. Der Rahmen dessen, was in diesem Buch behandelt wird, konnte also bewußt weit gehalten werden; denn die Techniken sind die gleichen geblieben, nurdas Material, das man dazu verwendet, und die Art des angefertigten Stückes sind teilweise anders geworden.
Einst waren Zweck und Ziel der sogenannten fraulichen Handarbeit darauf beschränkt, müßige Stunden möglichst angenehm auszufüllen und - natürlich -nebenbei etwas zu schaffen, was mehr oder weniger im Haus gebraucht wurde. Nur selten ist die Handarbeit heute bloßer Zeitvertreib, denn die Zeit ist für die meisten Menschen sehr kostbar geworden. Man sucht bei der Handarbeit ein Gegengewicht gegen die Unruhe und das Tempo der Zeit. Es ist daher kein Wunder, daß auch bereits viele Männer in
ihrer Freizeit handarbeiten zum Ausgleich der Hetze in ihrem Beruf. Daß darüber hinaus die Handarbeit auch viele praktische und erzieherische Funktionen erfüllt, weiß jeder, der sich einmal mit ihr beschäftigt hat. Wenn man etwas Besonderes schaffen will, muß man Geduld haben. Man muß sauber und ordentlich arbeiten und darf sich auch nicht davor scheuen, eine Arbeit wieder aufzutrennen und noch einmal von vorn anzufangen, wenn sich ein Fehler eingeschlichen hat. Das erfordert Selbstüberwindung, verschafft dann aber auch Befriedigung darüber, daß man sich an einer gelungenen Arbeit freuen kann. Wie alle Gebiete menschlicher Betätigung ist der große Komplex der Handarbeiten immer von der Zeit und ihren Neigungen geprägt und verändert worden. Denn die Handarbeit muß sich den jeweiligen Gegebenheiten und der allgemeinen Entwicklung anpassen. So gibt es auch in der Handarbeit eine Mode, die einmal diese, einmal jene Technik bevorzugt. Wir kennen Zeiten und Epochen, die besonders handarbeitsbesessen waren, wie die Biedermeierzeit, und andere, in denen die Handarbeit mehr als ziemlich nutzloser Zeitvertreib betrachtet wurde.